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Bad Nenndorf Humorvolles und Erschütterndes aus „1001 Nacht“
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Humorvolles und Erschütterndes aus „1001 Nacht“
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06:18 19.03.2012
Auf Wunsch mit Widmung signierte Ulrich Kienzle sein Buch im Anschluss an die Lesung. Quelle: Imh
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Bad Nenndorf (lmh). Letztgenanntes zu versuchen, hat sich der Nahost-Experte und Journalist in seinem Buch „Abschied von 1001 Nacht“ zur Aufgabe gemacht, welches er am Donnerstag im Haus Kassel vorstellte.

Kienzle erzählte humorvolle Anekdoten und erschütternde Geschichten aus seiner Zeit als Auslandskorrespondent im Nahen Osten. „Zu unbequem“ sei er dem Süddeutschen Rundfunk geworden und so in Beirut gelandet. Von dort aus reiste der Schwabe während der siebziger und achtziger Jahre zu allen Krisenherden der Region, um für die ARD zu berichten.

Unter welch abenteuerlichen Bedingungen – politischen wie technischen – dies zu geschehen hatte, illustrierte ein Vorfall in Ägypten. Das deutsche Filmteam hatte Ausfälligkeiten des Präsidenten Sadats festgehalten. Statt das brisante Material schnellstmöglich bearbeiten zu können, habe Kienzle erzwungenermaßen mit dem Staatssekretär Tee trinken müssen: „Betrachten Sie sich als unsere Gäste!“ Ein Telefon gebe es nicht im Palast, lautete die Auskunft, obwohl eines in Sichtweite stand. Erst als nach stundenlangem Nervenkrieg klar wurde, dass Kienzles Team das Filmmaterial nicht ohne Gewalteinwirkung herausrücken würde, durften die Deutschen gehen.

Fluchende Präsidenten gehörten allerdings nicht zu den schockierendsten Bildern, die Kienzle für das deutsche Fernsehen kommentierte. Im libanesischen Bürgerkrieg drehte er unter Granatenbeschuss und wurde Zeuge, wie Radlader die Toten von den Straßen schaufelten.

Trotz seines Wissens und der Erfahrung habe er den arabischen Frühling nicht vorhergesehen, bestätigte der Nahost-Experte. Im Gespräch mit seinem Verleger Martin Mühleis gab er dem Publikum Einblick in die Hintergründe. Sehr oft habe sich der Volkszorn in den arabischen Ländern entladen, neu sei, dass dies nicht nach zwei, drei Tagen vorbei gewesen sei und tatsächlich ein Aufbruch in eine neue, gewaltlosere Zeit angestrebt werde. „Ich bin mir nicht sicher, ob das gelingt“, sagte Kienzle.

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