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Im Dienste der Gewaltopfer

Weißer Ring in Schaumburg Im Dienste der Gewaltopfer

Der Weiße Ring eröffnet sein erstes Büro im Landkreis Schaumburg. Im Büro der Curanum-Residenz an der Kurhausstraße in Bad Nenndorf gibt es fortan zweimal pro Monat mittwochs eine Sprechstunde der Opferhilfe-Organisation.

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Thomas Weishaupt (von links) Mike Schmidt und Manfred Herrmann sind überzeugt, dass die Sprechstunde des Weißen Rings gut angenommen wird.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Dort sitzt erstmals am Mittwoch, 7. Januar, der Bad Nenndorfer Manfred Herrmann, um von 13 bis 15 Uhr über die Arbeit des Weißen Rings zu informieren. Fortan gilt dieser Termin an jedem ersten und dritten Mittwoch eines Monats. Damit koppelt der Weiße Ring seine Sprechstunde an jene des Behinderten- und Seniorenbeirats Nenndorf, der von 11 bis 13 Uhr in dem Büro im Kolonnadenhaus Informationen erteilt.
Diese Kooperation war ein Vorschlag von Stadtdirektor Mike Schmidt. „Das ist die beste Kombination“, findet Schmidt. Auf dessen Anraten meldeten sich Herrmann und der Hauptverantwortliche des Weißen Rings im Kreis Schaumburg, Thomas Weishaupt, beim Beiratsvorsitzenden, Friedrich Kräft. Der war erfreut über den Plan, es folgte die Genehmigung des Curanum, das Büro nutzen zu dürfen – und gut einen Monat nach dem ersten Gespräch mit Schmidt gibt es am Mittwoch die erste Sprechstunde.
Diese Terminen dienen aber nicht zu Beratungszwecken mit Kriminalitätsopfern – auch wenn das die primäre Aufgabe der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings ist. Solche Gespräche werden nicht in der Öffentlichkeit geführt.
Die Sprechstunde soll einerseits beim Werben um Mitglieder und finanzielle Unterstützung helfen, andererseits zur Präventionsberatung dienen. Informationen zu Einbruchschutz, Cyber-Kriminalität und Zivilcourage möchte Herrmann Interessierten vermitteln. Willkommen sind beispielsweise Rat suchende Eltern und Lehrer, die im Unterricht auf Material und Kenntnisse des Weißen Rings zurückgreifen wollen. Möglich sind auch Vorträge in Klassen oder bei Vereinen.
Wichtig ist aber ebenso die Mitgliederwerbung. Wer Interesse hat, ehrenamtlich beim Weißen Ring mitzuarbeiten, muss zwischen 18 und 80 Jahre alt sein, fließend Deutsch sprechen – weitere Sprachkenntnisse sind willkommen –, ohne Vorstrafe sein und „mit beiden Beinen fest im Leben stehen“, wie es Weishaupt formuliert. Psychologische Fachkenntnisse seien hingegen nicht vonnöten.
Und außerdem ist die Spendensuche elementar. Um Dinge wie Rechtsberatungen und Wohnungssuchen zu finanzieren, braucht die Organisation Spendengeld.
Dass es Bedarf an Beratung von Gewaltopfern auch in Bad Nenndorf gibt, da sind sich die Protagonisten einig – Gewaltdelikte sind auch im Landkreis Schaumburg nicht selten. Außerdem: Bereits hinter jedem Einbruch kann ein Fall stecken, bei dem die Hilfe des Weisen Rings erforderlich wird. Denn allein der Schrecken und der Gedanke daran, dass ein Fremder in intimem Besitz gewühlt hat, kann zu psychischen Schäden führen.

Von Guido Scholl

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