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Bad Nenndorf Ist das Werbung oder kann das weg?
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Ist das Werbung oder kann das weg?
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14:02 26.04.2018
Die Litfaßsäule und das Wasserspiel sind Spenden der Sparkasse – eine wird wohl bald demontiert. Quelle: gus
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BAD NENNDORF

Die Vereine und Organisationen, die sie genutzt haben, hatten sich einen Werbeeffekt von der Litfaßsäule. Doch sie brachte vor allem viel Ärger mit sich. Nun wird die Installation bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar.

Im Zuge der Sanierung des Innenstadtbereichs hatte sich die Sparkasse Schaumburg bereit erklärt, der Stadt die Litfaßsäule zu spendieren. Darin sollten vom Rat zu bestimmende Gruppen Veranstaltungen ankündigen dürfen. Im Jahr 2012 wurde die nachts beleuchtete Säule an dem jetzigen Platz postiert – die Spende hatte einen Wert von insgesamt 13. 000 Euro, wovon 3300 für das Wasserspiel gleich daneben gedacht waren.

KurT, Kneippianer und Kulturforum die Nutzer

Darin werben durften zuletzt die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT), das Kulturforum und der Kneipp-Verein, was die Politik so festgelegt hatte. Schlüssel für die rotierende Vitrine lagerten bei der KurT und bei der Stadt. Kneipp-Verein und Kulturforum mussten also ihre Plakate erst im Rathaus oder bei der Tourist-Information abgeben.

Die KurT pflegte bis zuletzt die eigenen Aushänge und jene des Kneipp-Vereins. Das Kulturforum durfte die Säule bald autonom mit Plakaten ausstatten. Anders läuft es bis heute bei den Schaukästen am Kino, wo die KurT allein die Fäden in der Hand hat. Im Laufe der Jahre kam es aber auch hinsichtlich der Säule in der Fußgängerzone immer mal wieder zu Ungereimtheiten, was im Falle des Falles aber weitgehend intern geklärt wurde.

Doch Ende 2016 gab es ein Problem mit einem defekten Schloss. Die Säule konnte seinerzeit monatelang nicht befüllt werden. Dies mündete bald darin, dass in öffentlichen Gremiensitzungen harsche Kritik am Zustand des Objekts geübt wurde. Denn die Plakate darin vergilbten, wellten sich und rutschten herab. Nach der Reparatur Anfang 2017 wurde denn auch festgelegt, dass das Kulturforum einen eigenen Schlüssel erhält, damit nicht ständig Rathaus-Personal zwecks Aufhängens von Plakaten in die Stadt eilen musste.

Scheibe beinahe herausgefallen

Allerdings lief es anschließend nur ein knappes Jahr rund. Dann trat der nächste Schaden auf. Diesmal wäre einem Befüller beinahe eine Scheibe der Litfaßsäule auf den Kopf geschlagen. Denn das Glas löste sich aus der Halterung. Zwecks Sicherung wurde ein Draht um das gesamte Konstrukt gespannt. Die Stadt erkundigte sich beim Hersteller nach der Möglichkeit einer Reparatur. Doch das Unternehmen baut nur auf und bietet keine Reparatur beziehungsweise Wartung an.

Da es der Verwaltung bislang nicht gelungen ist, einen Reparateur aufzuspüren, steht nach Worten von Stadtdirektor Mike Schmidt die Deinstallation der Werbeplattform zur Debatte. Dies muss freilich noch politisch abgestimmt werden. Versicherungsansprüche bestehen nicht mehr – daher könnte eine Reparatur als unwirtschaftlich eingestuft werden.

Und wenn – wie zuletzt – im April noch Plakate von Januar-Veranstaltungen aushängen, ist das wohl eher Antiwerbung sowohl für die Stadt als auch die Vereine und sogar den Spender Sparkasse, der sein Logo ebenfalls an der Säule platziert hat.

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