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Keine Kurhaus-Sanierung

Bad Nenndorf / Ratsabstimmung Keine Kurhaus-Sanierung

Der Rat der Stadt Bad Nenndorf hat am Mittwochabend mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen, die Sanierung des Kurhauses nicht weiter zu verfolgen und den Umzug der Verwaltung in einen Neubau voranzutreiben. Aus der Verwaltung hatten die Ratsleute zuvor Warnungen vor finanziellen Risiken im Falle des Sanierungsstopps gehört.

Bad Nenndorf (gus). Hauptamtsleiter Heinrich Bremer informierte die Politiker darüber, dass der Stadt Steuernachzahlungen drohen, werde die Sanierung verworfen. Kämmerer Frank Behrens rechnete die Mehrkosten vor, die im Falle des Rathaus-Umzugs in den Neubau auf die Stadt zukämen. Diese betrügen bis zu 350 000 Euro pro Jahr. Die Verwaltung sei für die weitere Sanierung des Kurhauses, worauf die rund 70 Zuhörer im Saal applaudierten. Heike Beiersdorfer (WGN) ergänzte, dass das Geld aus der Städtebauförderung, das Bad Nenndorf bereits kassiert hat, zurückgezahlt werden muss. Bremer schränkte ein, es bestehe nur ein Risiko.

Volker Busse (SPD) rechnete vor, dass die Sanierung des Kurhauses sieben Millionen Euro kosten würde. Dieses Geld müsse anderswo wieder eingenommen werden. Die Berechnungen künftiger Mieteinahmen im Falle einer Sanierung, die die WGN vorgelegt habe, seien zu hoch kalkuliert. Auch im Fall einer Sanierung müsse die Stadt eine Million Euro bereits eingenommenen Geldes zurückzahlen. Bremer schränkte auch hier ein, dies werde nicht zwingend so sein.

Nach Busses Kalkulation bedeutet eine Kurhaus-Sanierung gegenüber einem Neubau 100 000 Euro Mehrkosten pro Jahr. Sanierten Stadt und Samtgemeinde auch noch das alte Rathaus, kämen gar knapp 200 000 Euro Mehrkosten per anno zusammen. Daher rühre der Vorschlag, beide Immobilien zusammenzuführen. Dann könnte die Stadt das Grundstück an der Rodenberger Allee für etwa 1,5 Millionen Euro verkaufen.

Der Neubau koste nach Überschlag der SPD 6,3 Millionen Euro. In diese Summe könnten die Einnahmen aus dem Verkauf des Rathaus-Grundstücks eingerechnet werden. Frank Steen (WGN) sagte, Zahlen seien geduldig und können nach Belieben zurechtgerückt werden. Von den Kosten abgesehen, sei nicht noch mehr wertvolle Bausubstanz in der Stadt zu vernichten und mit Billig-Bauten zu ersetzen. Die Sanierung des Rathauses sei auch für 1,4 Millionen Euro zu haben. Uwe Engelking (WGN) ergänzte, ein Abriss bedrohe die Zukunft der Mieter.
Cornelia Jäger (CDU) stimmte Busse darin zu, dass die Sanierung unwirtschaftlich wäre. Sie verwies auch auf die Unsicherheit der künftigen Mieteinnahmen. Diese Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Olaf Buschmann (Linke) sprach sich für die Sanierung des Kurhauses aus. Dieses habe 50 Jahre lang das Ortsbild geprägt.

Busse plädierte für einen Beschluss zum Sanierungsstopp. So votierten 18 von 27 Ratsleuten. Frühestens 2016 kommt die Realisierung des Neubaus infrage.

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