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Kläranlage kein Totschlag-Argument mehr

Gutachterin zieht Fazit Kläranlage kein Totschlag-Argument mehr

Die Nähe zur Kläranlage ist rechtlich gesehen kein Argument gegen das geplante Baugebiet Hinteres Hohefeld. Das hat Gutachterin Susanne Diener von der Firma Barth und Bitter dem Planungs- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Nenndorf ausführlich dargelegt.

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Quelle: pr.

Bad Nenndorf. Den Politikern, die ohnehin grundsätzlich gegen das Vorhaben sind, machte dies das Projekt auch nicht schmackhafter. Anders als bei der Sitzung im Dezember wurde der Vorschlag zur Änderung des Flächennutzungsplans diesmal aber knapp befürwortet – bei fünf Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Unter anderem die mögliche Geruchsbelästigung durch die nahegelegene Kläranlage hatte im Vorfeld einige Politiker umgetrieben. Sie befürchteten, dass die Stadt Klagen von zukünftigen Anwohnern entgegensehen könnte, falls diese sich durch den Geruch gestört fühlten. Nach den Berechnungen der Barth und Bitter GmbH ist in diesem Gebiet die meiste Zeit des Jahres aber überhaupt kein Geruch von der Anlage wahrzunehmen.

Gerüche sind im Rahmen

Selbst im Nordosten es Geländes, das am nächsten am Klärwerk liegt, wären Gerüche immer noch in weniger als zehn Prozent der Jahresstunden wahrzunehmen. Das liegt im Rahmen dessen, was Menschen dem Gesetz nach dulden müssen. „Das bedeutet natürlich nicht, dass es in diesen Fällen dann eine Stunde lang riecht“, so Diener. Für die Aufführung in der Statistik reiche schon aus, wenn der Geruch innerhalb einer Stunde einmal kurz auftrete.

Für die Berechnungen wurden allerdings keine Messungen vor Ort vorgenommen, erklärte Diener, sondern Werte vergleichbarer Anlagen unter Einbeziehung der besonderen Eigenheiten der Bad Nenndorfer Anlage und der ortsüblichen Wetterlagen wie Windrichtungen.

Kritischer Punkt

Einige Politiker betrachteten das als kritischen Punkt, die Statistik könnte angreifbar sein. Diener konnte die Ratsleute insoweit beruhigen, als ihre Berechnungen vom schlechtesten Fall ausgingen und die tatsächlichen Werte eigentlich immer deutlich unter den Ergebnissen lägen. Nicht nur im Hinblick auf das Wohn-, sondern vor allem auf das angrenzende Gewerbegebiet wäre eine Erweiterung der Kläranlage allerdings nur dann noch möglich, wenn die Emissionen sich dadurch nicht erhöhen.

Wolfgang Lehrke (SPD) und Konstantinos Toubekis (Grüne) konnten weder die Ausführungen von Diener noch von Ingenieur Matthias Reinold von dem Projekt überzeugen. Sie blieben bei ihren Argumenten, dass dieses Baugebiet in Anbetracht sinkender Bevölkerungszahlen übertrieben sei und eine fatale und unnötige Versiegelung wertvoller Ackerflächen darstelle.

Die Verteidiger des Vorhabens argumentierten dagegen, dass Bad Nenndorf im Wettbewerb mit anderen Kommunen bestehen müsse und deshalb auf neue, attraktive Baugebiete angewiesen sei. Letztlich war aber auch einigen Befürwortern aus genannten Gründen nicht ganz wohl bei ihrer Entscheidung.  kle

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