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Kleider machen Leute

Mensching informiert über Schaumburger Tracht Kleider machen Leute

Auf den Straßen sieht man sie längst nicht mehr: Frauen mit langen Röcken, Schürzen und bunten Mützen. Die Schaumburger Tracht ist aus dem Straßenbild verschwunden.

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Sophie Mensching erläutert die Einzelheiten der Tracht.

Quelle: jps

Bad Nenndorf. Und doch gibt es noch Menschen, die allerhand über die traditionelle Kleidung der Landbevölkerung wissen. So wie Sophie Mensching, die bei einem Trachtennachmittag in der Nenndorfer Wandelhalle über die Schaumburger Tracht berichtete. Mensching zeigte auch einige originale Kleidungsstücke, die ihrer Mutter gehörten. Dass es ausschließlich um Trachten für Frauen ging, hat einen einfachen Grund. Nach dem 1. Weltkrieg sei die Tracht nämlich von Männern gar nicht mehr getragen worden. „Das galt als provinziell“, so Mensching.

Bei den Frauen dagegen, sei die Tracht weiterhin die übliche Kleidung gewesen. In Schaumburg gab es je nach Region unterschiedliche Formen der Tracht. So trugen die Frauen westlich von Stadthagen, im Raum Bückeburg, die „Westerten Tracht“. Ihre Besonderheit ist eine große, schwarze Schleife, auch „Mütze“ genannt. Im östlichen Schaumburg war stattdessen die „Lindhorster Tracht“, auch „Österten Tracht“ genannt, verbreitet.

Charakteristisch für diese Form der Traditionsbekleidung sind der rote Rock und eine lange, meist bunte Schürze. Mensching erklärte, dass die Tracht in früheren Zeiten viel über den Wohlstand und die Lebensumstände der Menschen verriet. So sei um 1900, als wegen der Erfindung des Kunstdüngers die Erträge der Landwirte in die Höhe schossen, ein großer Teil des Geldes in aufwändige Trachten investiert worden.

Die hochwertig bestickte Trachtenkleidung war zwar teuer in der Anschaffung, jedoch musste sie, anders als heute, sehr lange halten. Zur Konfirmation schenkten die Paten üblicherweise eine aufwändig bestickte, rote Schürze. Das war dann etwas ganz Besonderes, sagte Mensching. „So etwas bekam man nur einmal im Leben.“ jps

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