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Klinik für 150 Millionen Euro

Investor will in Bad Nenndorf Gesundheitszentrum bauen Klinik für 150 Millionen Euro

Es klingt unglaublich, doch wenn es tatsächlich dazu kommt, wäre es wie ein Sechser im Lotto für Bad Nenndorf. Bis 2018 möchte eine internationale Investorengruppe ein 150 Millionen Euro teures Zentrum für alternative Medizin in der Kurstadt eröffnen. Entstehen soll das Mammutprojekt auf dem sogenannten Harms-Gelände an der B65, wie die Stadtverwaltung gestern mitteilte.

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Bad Nenndorf. In der 11000-Einwohner-Stadt könnten sich dann schon bald Hollywood-Stars, Konzern-Bosse und andere Superreiche tummeln. Denn sie gehören offenbar zur Zielgruppe für den Klinik-Komplex. Initiator ist Pal Pinke, Inhaber des Harms-Geländes, auf dem seit Jahren die Ruine einer ehemaligen Möbelfabrik vor sich hin rottet. Aus diesem Schandfleck soll binnen dreieinhalb Jahren ein hochmodernes Heilkunde-Zentrum mit renommierten Ärzten aus aller Welt erwachsen.

 Den Schaumburger Nachrichten liegen Pläne für einen 42000 Quadratmeter großen Wohnpark samt zugehöriger Klinik vor. Darin sind Praxen für Alternativmedizin – von Homöopathie bis Heilpflanzenkunde – geplant. Auf dem Areal wäre an so ziemlich alles gedacht: Hubschrauberlandeplatz, Kindergarten, Apotheke, aber auch buddhistische und christliche Kapellen sowie ein Luxus-Restaurant und fünf unterschiedliche Spas.

 Pinke hat nach Worten von Stadtdirektor Mike Schmidt bei seinen geschäftlichen Aufenthalten in Asien ein Netzwerk geknüpft, das einerseits den Investorenpool stellen und außerdem dafür sorgen soll, dass die Heiler mit ihren Familien in den Nenndorfer Wohnpark einziehen. Bei einer nicht öffentlichen Präsentation im Rathaus hätten Pinke und der Unternehmensberater Erhard Tschirner erklärt, dass die Patienten besagter Mediziner derzeit noch um die halbe Welt jetteten, um sich massieren, akupunktieren oder hydrotherapieren zu lassen. Das geplante Alternativmedizin-Zentrum würde diese Angebote an einem Ort bündeln.

 Warum ausgerechnet in Bad Nenndorf? Das habe sich auch die Verwaltung gefragt, räumt Schmidt ein, als im Herbst erste Gespräche geführt wurden. Die Antwort habe gelautet: Es ist kein anderer Standort im Rennen. Die Investoren wollen für die Umsetzung ihrer Pläne unbedingt Pinkes Grundstück nutzen. Auch das Kulturdenkmal Kraterquelle werde einbezogen. Schmidt wertet den Vorgang somit als Geschenk für die Kursstadt, die damit ihre zuletzt verblasste Reputation als Heilbad aufpolieren könne. Darüber hinaus erhofft sich die Stadt wohl auch wirtschaftliche Impulse, etwa neue Arbeitsplätze.

 Dass die Klinik eine exklusive Promi-Zone wird, glaubt Schmidt nicht. Das Areal solle frei zugänglich sein. Auch „bezahlbare“ Wohnungen stünden nach Fertigstellung zum Verkauf. Welche Summen sich dahinter verbergen, sei aber nicht bekannt. Die Stadt nehme die Pläne ernst, versichert Schmidt. Er weist aber zugleich darauf hin, dass noch einige Hürden zu nehmen seien. gus

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