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Bad Nenndorf Kommune bleibt auf Wachstumskurs
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Kommune bleibt auf Wachstumskurs
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00:16 18.07.2016
Frauen-Unions-Chefin Elisabeth Wegner überreicht Mike Schmidt ein Geschenk. Quelle: geb
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BAD NENNDORF

„Wachstum und Wandel“ ist der Slogan von Schmidts kommunalpolitischer Agenda in der – außer Rodenberg – einzigen wachsenden Samtgemeinde des Landkreises. Der Bürgermeister ist glücklich über den großen Zuzug insbesondere junger Familien aus der Region Hannover. „Unsere Neubaugebiete laufen schnell zu, und wir können den Menschen hochqualitatives Wohnen anbieten“, freute sich Schmidt.

Er sieht Bad Nenndorf auf dem Weg vom Kur- zum Reha-Ort. Die Ärzteversorgung sei gut, mehr Fachärzte seien aber immer noch nötig. Ausbleibende Kur-Einnahmen wolle Schmidt über Gewerbeansiedlung kompensieren.

„In den letzten acht Jahren hat die Stadt in dieser Hinsicht einiges versäumt. Wir haben eher eine Abwanderung des Gewerbes erlebt“, so Schmidt. 76 Prozent der Nenndorfer arbeiteten außerhalb, mehr Arbeitsplätze vor Ort müssten her. Nachholbedarf sieht der Bürgermeister auch beim Betreuungsangebot. Vier neue Gruppen für 60 unter Dreijährige und 100 weitere Kita-Plätze stellt er in Aussicht, wenn die Kita Bahnhofstraße ausgegliedert wird.

Behaupten mit "harten Bandagen"

Die Entwicklung des Kurhauses sieht Schmidt auf dem richtigen Weg, auch wenn ihm nicht alle Parteifreunde zustimmen wollten. Die Neueröffnung visiert er für das Frühjahr 2018 an.

Die Landgrafen-Therme aufzugeben, wie seitens des Landes geplant, könne sich die Stadt nicht erlauben. „Die Therme ist sowohl von der Lage, als auch als Besuchermagnet unser Herzstück“, meinte Schmidt. „Mit harten Bandagen“ wolle sich der Kommunalpolitiker gegen das Land behaupten.

Die Frauen interessierten sich auch für die Lücken im Einzelhandelsangebot. „Wir brauchen einen neuen Herrenausstatter“, forderte eine Zuhörerin. „Wann möchten sie so einen Laden eröffnen?“ entgegnete Schmidt bewusst überspitzt. Forderungen nach neuen Geschäften kenne er zur Genüge. „Der Markt ist nicht da. Die Geschäfte schließen bei uns nicht ohne Grund“, behauptete Schmidt. Die stellvertretende Bürgermeisterin, Marlies Matthias, pflichtete ihm bei. Außer Wirtschaftsförderung und Verhandlungen blieben nicht viele Instrumente übrig.

Flüchtlinge waren Thema

Auch Probleme mit Flüchtlingen kamen zur Sprache. Viele der neuen Einwohner hätten kein Grundverständnis der Verkehrsregeln, würden aber dennoch mit Fahrrädern ausgestattet und stellten somit ein latentes Risiko für sich und andere dar. „Mit Beschulungen durch die Polizei kommen wir gut voran“, hielt Schmidt dagegegen. Außerdem könne die Stadt auch keinem unerfahrenen deutschen Staatsbürger das Radfahren verbieten. Genauso seien lärmende Kinder an den Wasserfontänen im Kurpark für ihn kein Ärgernis. Schmidt wolle den Park vielmehr als belebte Begegnungsstätte verstanden wissen.geb

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