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Kostenexplosion unwahrscheinlich

Experten befragt Kostenexplosion unwahrscheinlich

Die unerwarteten Bauschäden am Landtagsgebäude in Hannover dürften auch zahlreiche Bad Nenndorfer mit Blick auf die Kurhaus-Sanierung aufgeschreckt haben.  Schließlich sind beide Gebäude nahezu gleich alt (das Kurhaus wurde 1963, also ein Jahr später, fertiggestellt).

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Die Mauern des Kurhauses liegen im Inneren teilweise frei.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Doch nach Einschätzung der Mehrheit der von dieser Zeitung befragten Experten wird sich ein GAU wie in Hannover in der Kurstadt nicht wiederholen.

Am besten kennt wohl Otto Uthe das Kurhaus, schließlich war er Bauleiter, als es entstand. Und der Bad Nenndorfer schließt einen Feuchtigkeitsschaden, der den Abriss von Gebäudeteilen nach sich ziehen könnte, aus. Einen Betonkern, wie den des Landtags, habe das Kurhaus nicht, es sei völlig anders konstruiert. Im Untergeschoss bestünden die Wände aus Kalksandstein, die Fundamente seien aus Beton. Korrosion wie in Hannover könne es dort nicht geben.

Dieter Matthias, früherer Mitarbeiter der Landesbauabteilung widerspricht: Der Beton im Landtag sei mit Sicherheit auf dieselbe Weise eingebracht worden wie im Kurhaus. Er rechne fest mit unschönen Überraschungen bei der Sanierung. Das Kurhaus werde ein Millionengrab, „ein marodes Gebäude mit neuem Anstrich“, sagt er.

Uthe schätzt, dass 2004 bei der energetischen Sanierung des Landtags Feuchtigkeit in das Mauerwerk eingedrungen ist. Eine Öffnung der Kurhaus-Hülle in dieser Dimension habe es aber bislang nicht gegeben. Die viel diskutierte Sanierung, die Anfang 2016 beginnen soll, beinhaltet eine energetische Sanierung.

Im Architekturbüro pm, das die Sanierungspläne erstellt hat, gibt man sich ebenfalls gelassen. Daniel Tenspolde, einer der mit dem Projekt befassten Architekten, verweist auf die tief greifende Untersuchung des Gebäudes. Dabei wären Korrosionsschäden entdeckt worden, wenn es sie gäbe. Außerdem liege das Mauerwerk speziell im hinteren Bereich, wo vor Jahren Fitnessräume entstehen sollten, sogar frei.

Zwar seien nie alle Eventualitäten auszuschließen, doch Tenspolde sagt auch: „Wer bei dieser Sachlage Zweifel hat, der sollte sich einfach die Akten zum Kurhaus anschauen.“ Darin sei die „äußerst kritische Untersuchung“ der Baumasse dokumentiert. Darüber hinaus verweist Tenspolde auf die Erfahrung des pm-Büros mit Sanierungsprojekten. Auf Anfrage äußerte sich auch Kreisbauamtsleiter Fritz Klebe optimistisch.

Zwar kenne er das Kurhaus nicht so genau, doch er berichtet von einem reibungslosen Ablauf der Kreistags-Sanierung in den Jahren 2006 und 2007. Dabei seien keinerlei Probleme aufgetreten, das Gebäude stammt aus dem Jahr 1969. Außerdem geht Klebe davon aus, dass die Landtags-Problematik daher rührt, dass eine neue und deutlich schwerere Dachkonstruktion entstehen soll.

So etwas sei beim Kurhaus nicht vorgesehen, sodass die Statik die Lasten weiterhin tragen werde. Auf kleinere Schäden könne hinsichtlich der Tragfähigkeit auch während der Sanierung reagiert werden. gus

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