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Kraatz und Land gehen in die nächste Runde

Bad Nenndorf / Staatsbad Kraatz und Land gehen in die nächste Runde

Der Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Staatsbadgeschäftsführer Peer Kraatz und dem Land Niedersachsen geht in die nächste Runde. Der 40-jährige Diplomkaufmann, der vor dem Landgericht Hannover mit der Klage gegen seine fristlose Kündigung aus dem vergangenen August gescheitert war, geht in Berufung.

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Bad Nenndorf (rwe). Einen entsprechenden Antrag hat Anwalt Uwe Lehmann bereits beim Oberlandesgericht (OLG) in Celle gestellt. Bis Ende dieses Monats muss er die schriftliche Begründung hinterherschicken.

„Das wird ein umfangreiches Werk“, verspricht Lehmann. Er hat nach eigenen Worten das schriftliche Urteil „ausgiebig geprüft“ und einige Anhaltspunkte im Verfahren und inhaltlicher Art gefunden, die in seinen Augen zu einer anderen Entscheidung führen dürften.

Die Handelskammer hatte den früheren Staatsbad-Chef abblitzen lassen. Dieser wollte seine fristlose Kündigung für nicht rechtens erklären lassen, entgangene Bezüge und Tantiemen einklagen. Das Gericht sah aber eine tiefgreifende Pflichtverletzung, die Kraatz durch sein Handeln zu verantworten hatte und die das Land dazu berechtigt habe, ihn vor die Tür zu setzen. Hintergrund sind drei Verträge mit der Rodenberger Werbeagentur „A2brands“, über die Kraatz trotz Nachfrage den Aufsichtsrat nicht informiert hatte.

Anwalt Lehmann sieht darin aber keine ausreichend wichtigen Gründe, um das Dienstverhältnis vorzeitig zu beenden. Der auf fünf Jahre angelegte Vertrag hatte eine Laufzeit bis zum Spätsommer 2012. Die Kammer unter Vorsitz Helmut Gurkaus hat nach Ansicht des Juristen zudem die Interessen seines Mandanten nicht ausreichend abgewogen und berücksichtigt. Dessen Sicht der Dinge will Lehmann nun noch einmal den Richtern am OLG vermitteln.

Allerdings stimmt ihn das Urteil dahingehend positiv, dass sich auch in dem Schriftsatz keine Hinweise befänden, die auf ein strafrechtliches Verfahren deuten ließen. Den Verdacht der Untreue oder andere Pflichtverletzungen hatte die Kammer aber auch nicht explizit geprüft, ließ Gurkau schon bei der mündlichen Verkündung wissen.

Kraatz jedenfalls fühlt sich im Recht und macht sich offenbar auch keine Vorwürfe, dass ihn das enge Miteinander mit der vom Staatsbad-Aufsichtsrat eher kritisch beäugten Rodenberger Agentur den Job in Bad Nenndorf gekostet hat. Er holte „A2brands“ mittlerweile sogar bei seinem neuen Arbeitgeber an Bord, die Paracelsus-Kliniken in Langenhagen am Silbersee. Dort arbeiten beide dem Vernehmen nach weiterhin gut zusammen.

Ermittlungen dauern an

Schon seit acht Monaten lässt die Staatsanwaltschaft Bückeburg gegen Peer Kraatz ermitteln wegen des „Anfangsverdachts der Untreue“. Das Land Niedersachsen hatte nach dessen Rauswurf der Behörde die Unterlagen zur juristischen Würdigung überlassen. Das Landeskriminalamt übernahm später den Fall und hat nun auch das Haus des ehemaligen Staatsbad-Geschäftsführers durchsucht, wie Pressesprecher Klaus-Jochen Schmidt mitteilt.

„Das muss alles erst ausgewertet werden.“ Wenn in dem Verfahren irgendwelche neuen Erkenntnisse vorlägen, „dann wüsste ich das“. sagt er mit Blick auf das öffentliche Interesse. Peer Kraatz war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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