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Bad Nenndorf Kraterzoo: Entscheidung vertagt
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Kraterzoo: Entscheidung vertagt
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00:24 21.02.2015
Derzeit ist Winterpause im Kraterzoo. Wie es langfristig weitergeht, ist offen. Quelle: gus
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Bad Nenndorf

Die Finanzierung hatte der Verein als eine von zwei Bedingungen für den Fortbestand genannt. Die zweite Bedingung lautet Handlungsfreiraum für die künftigen Betreiber. Allerdings gibt es offenbar auch Probleme mit Genehmigungen vom Landkreis. Dies, so das Votum des Verwaltungsausschusses, soll der Förderverein klären, bevor die Stadtgremien entscheiden.

 Der Vorsitzende des Fördervereins, Detlef Panter, erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass sich der Verein um eine Nachfolgelösung kümmert, wenn gesichert ist, dass der Zuschuss für fünf Jahre fließt und den neuen Betreibern volle Handlungsfreiheit zugesagt wird. Soll heißen: Die Familie des verstorbenen Werner Schulz, der den Zoo gegründet und ihn mit seiner Frau Lenchen jahrelang betreut hatte, müsste den Betrieb abgeben. Dies habe die Familie zugesagt, weil kein Angehöriger den Zoo übernehmen könne. Lenchen Schulz hatte ihren Rückzug angekündigt.

 Panter glaubt, dass eine freie Hand die Aufgabe für junge Tierpfleger reizvoller macht. Diese wollen eigene Ideen umsetzen und sich dabei nicht auf die Finger schauen lassen, schätzt er. Der Förderverein selbst wolle daher auch keinesfalls als Betreiber fungieren, sondern lediglich unterstützend tätig bleiben.

 Panter wirbt mit Eigenverantwortlichkeit und Gestaltungsfreiheit für den Zoo. Wer ihn betreibe, sei künftig „sein eigener Herr“. Zwei Halbtagsstellen und eine 400-Euro-Kraft, wie zuletzt im Herbst, sind die Idealvorstellung des Fördervereins. Dann wären auch freie Tage und Urlaube einzurichten. Voraussetzung sei die berufliche Qualifikation als Tierpfleger zumindest für die beiden Halbtagskräfte.

 Doch die Attraktivität der Arbeitsstelle Kraterzoo hängt eben auch vom Finanziellen ab. Der Förderverein kann eine monatliche Bezahlung zweier Tierpfleger bei Weitem nicht bewerkstelligen. Nach einer jetzt angefertigten Kalkulation liegt die Schwelle laut Panter bei 42.000 Euro, die keineswegs dem Nettolohn entsprächen. „Davon gehen noch 20 Prozent Sozialleistungen ab“, betont er.

 Die Zoo-Betreiber wären auch nirgends angestellt, sondern selbstständig. Die laufenden Kosten müssten sie aus ihrem Budget mitfinanzieren. Zusätzlich hätten sie nur das Spendenaufkommen der „Spardose“ am Eingang und Zuschüsse des Fördervereins zur Verfügung. Zur ungeklärten Finanzierung kommt jetzt noch die Frage nach den Genehmigungen vom Landkreis. Wie es weitergeht, ist offen. gus

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