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Kreis will Hallenbad langfristig an Stadt abgeben

Bad Nenndorf müsste Betrieb selbst bezahlen Kreis will Hallenbad langfristig an Stadt abgeben

Müsste die Stadt Bad Nenndorf den Betrieb des Hallenbades komplett selbst bezahlen, würde dies jährliche Mehrkosten von etwa 360.000 Euro bedeuten.

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Allzu bald wird das Hallenbad der Stadt wohl nicht übertragen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Aktuell gibt es zwar keine Bestrebungen des Landkreises, die Einrichtung an die Stadt zu übertragen – doch dauerhaft dürfte der Schritt kaum abzuwenden sein.

 Zur Sprache gekommen ist das Thema im Zuge der Diskussion um die Freibad-Option, um die einige Politiker bangen, wenn das neue Baugebiet „Vorderes Hohefeld“ kommt. Zuletzt hieß es im Bauausschuss, dass sich die Stadt ein Freibad ohnehin nicht leisten könnte, müsste sie irgendwann auch für das Betriebsdefizit des Hallenbades aufkommen. Die nächsten Jahre werden für die Kurstadt ohnehin finanziell schwierig, weil die in den Teilkommunalisierungsverträgen verabredete Hilfe des Landes in 2020 endet. 2015 erhält die Stadt 500000 Euro, 2019 noch 300000 Euro.

 Doch allzu bald wird der Stadt mit dem Hallenbad wohl kein weiterer Klotz ans Bein genagelt. Kreisrätin Katharina Augath räumte ein, dass der Betrieb von Hallenbädern eigentlich Gemeinde-Aufgabe ist. Ihr sei kein anderer Landkreis bekannt, der solche Einrichtungen unterhalte. Schaumburg befindet sich in einer Sondersituation, weil bei der Gebietsreform die beiden Bäder in Rinteln und Bad Nenndorf in die Regie des neuen Landkreises Schaumburg übertragen wurden. Aktuell sind Augath keine gezielten Bemühungen bekannt, die Hallenbäder an die Städte zu übertragen. Sie verweist jedoch auf die finanzielle Lage des Landkreises und darauf, dass Hallenbäder dieser Art defizitär sind.

 Dieses Defizit beläuft sich in Bad Nenndorf auf aktuell rund 720.000 Euro. Davon trägt Bad Nenndorf aber ohnehin schon die Hälfte, weil die Stadt wie auch Rinteln eine um neun Punkte höhere Kreisumlage als die übrigen Kommunen zahlt.

 Die Sprecher der Kreistagsfraktionen sagten, dass auch aus ihren Reihen derzeit keine Vorstöße hinsichtlich der Hallenbäder zu erwarten sind. Siegbert Heldt (WGS) betonte, dass dieses Thema immer dann angerissen werde, wenn Haushaltsberatungen anstehen. Wie Eckhard Ilsemann (SPD), Horst Sassenberg (CDU) und Michael Dombrowski (Grüne) kennt Heldt jedoch keine aktuellen Bestrebungen zwecks Übertragung an die Städte.

 „Das würde auch das Einvernehmen der Städte voraussetzen“, so Sassenberg. Dombrowski macht indes keinen Hehl daraus, dass die Grünen sich nicht dagegen wehren würden, sollte es dem Kreis gelingen, die Hallenbäder abzustoßen. Rinteln und Bad Nenndorf genössen eine Sonderbehandlung, während beispielsweise Bückeburg sein Hallenbad selbst tragen muss. Klaus-Dieter Drewes (CDU) weist auf die Stellung Bad Nenndorfs mit seinen besonderen Aufgaben hin, die Ungleichbehandlung sieht aber auch er.

 Ilsemann hebt wiederum den Aspekt des Schulsports hervor. Weil die Hallenbäder dafür genutzt werden, müsste der Landkreis wohl auch nach einer Übertragung einen gewissen Teil der Betriebskosten erstatten. Allerdings sei Bad Nenndorf in einer besseren Lage: Das dortige Hallenbad sei gerade erst energetisch saniert worden. gus

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