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Künstler fühlt sich ausgebootet

Bad Nenndorf / Brunnendiskussion Künstler fühlt sich ausgebootet

Peter Lechelt ist Bildhauer. Er wohnt in Kreuzriehe und fühlt sich Schaumburg verbunden. Viele seiner Werke gibt es hier zu bewundern, zum Beispiel das Denkmal zum Tag der Deutschen Einheit in Stadthagen.

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Lächelt nicht: Bildhauer Peter Lechelt sieht sich „abqualifiziert“.

Quelle: jcp

Von Jan-Christoph Prüfer. Warum, fragt er, wird er nicht als Gestalter des geplanten neuen Brunnens vor dem Haus Kassel in Betracht gezogen? Wo doch Stadtdirektor Bernd Reese ihn höchstpersönlich zur Beteiligung am Wettbewerb eingeladen hat?

 Als er den SN-Artikel „Acht Künstler und ein Brunnen“ gelesen hat, sagt Lechelt, habe er „rote Ohren bekommen“. Das sei „vorsichtig formuliert“. Lechelt meint: Er war stinkwütend.

 Von acht geladenen Künstlern war im Artikel die Rede, die sich mit ihren Entwürfen einen Kampf um das bis zu 170.000 Euro teure Projekt liefern. Nicht auf der Kombattantenliste: Peter Lechelt. Dabei hat der ein Schreiben von Stadtdirektor Bernd Reese in seinem Besitz, in dem es heißt, es solle „ein Entwurf für einen Brunnen auf dem Zentralen Platz ausgeschrieben werden“. Und: „Sie sind herzlich willkommen, an dieser baldigen Ausschreibung teilzunehmen.“

 Hinter seiner Ausladung vermutet Lechelt „elitäres Denken“. Auf Anfrage habe Wettbewerbsleiter Norbert Rob Schittek ihm gesagt, es sei „eine ganz andere Liga, die da beauftragt wird“. Unter den acht infrage stehenden Personen befinden sich zum Beispiel auch Künstler von internationalem Renommee wie Timm Ulrichs.

 „Abqualifiziert“ fühlt Lechelt sich. „Für mich ist das eine bewusste Ausgrenzung. Es ist nicht richtig, mich so zu behandeln.“ Mit „sensiblem Künstlergetue“ habe das nichts zu tun. Es sei „schlicht nicht fair“.

 Lechelt will nun Einsicht in die Wettbewerbsunterlagen, um weiter an seinem bereits im Entstehen begriffenen Entwurf zu feilen. Den will er außerhalb des Wettbewerbs vorstellen. Seine Hoffnung: Was letzten Endes in Stein gegossen wird, entscheidet der Rat.

„Das wird nicht funktionieren“, ist Wettbewerbsleiter Schittek überzeugt. Das Verfahren sei schließlich vom Verwaltungsausschuss beschlossen. So ein künstlerisches Kräftemessen sei „kein Preisausschreiben“, sondern ein komplizierter Vorgang voller rechtlicher Fallstricke. Lechelts Vorwürfe nennt Schittek „eine peinliche Unterstellung“.

 Offene Wettbewerbe brächten oft zahlreiche Einsendungen mit sich, die wiederum viel Verwaltungsaufwand bedeuteten. Daher habe er dem Verwaltungsausschuss den Weg des Wettbewerbs mit Einladung empfohlen. Auch die acht Künstler habe der Professor für Gestaltung und Darstellung selbst ausgesucht. In der entsprechenden Sitzung des Verwaltungsausschusses sei „niemand aufgestanden und hat gesagt, Moment, ich kenne da auch noch jemanden in Kreuzriehe“.

 Bernd Reese habe sein Schreiben verfasst, bevor Verwaltung und Schittek sich für den Wettbewerb mit Einladung entschieden hätten. „Es ist quatsch, wenn Herr Lechelt sich jetzt ausgebootet fühlt“, sagt der Schittek. „Er war gar nicht eingebootet.“

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