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Kulturforum und Kraterzoo scheitern

Bad Nenndorf / Jugendausschuss Kulturforum und Kraterzoo scheitern

Die ganz großen Summen des Haushalts hat er – verglichen mit Millionen-Ausgaben in anderen Bereichen – nicht zu beurteilen, dennoch zieht die Etat-Beratung des Ausschusses für Jugend, Soziales, Kultur und Sport besondere Aufmerksamkeit auf sich. Kein Wunder: Zuschüsse für Vereine und Feste, der Betrieb des Jugendzentrums und weitere soziale und kulturelle Förderungen sind Sache dieses Fachausschusses. In der diesjährigen Debatte gab es wie gewohnt Gewinner und Verlierer.

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Der Kraterzoo muss mit dem bisherigen Budget auskommen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf (gus). Sowohl das Kulturforum als auch der Kraterzoo sind mit Anträgen auf höhere Zuschüsse bei der Haushaltsberatung im Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport gescheitert. Der Zoo-Förderverein hatte 27000 statt 25000 Euro für 2013 beantragt. Das Kulturforum wollte nur 100 Euro mehr.

 Begründet hatte der Zoo-Förderverein seinen Antrag damit, das Entgelt fürs Personal der generellen Preissteigerung anpassen zu wollen. Matthias Bock (CDU) und Karl-Heinz Richter (SPD) genügte diese Begründung nicht. Bock bezweifelte den Bedarf zweier Halbtagskräfte. Zoo-Leiter Florian Büschenfeld erklärte, dass wöchentlich 30 Arbeitsstunden in den Zoo gesteckt werden. Dessen Erhalt sei mit den aktuell gezahlten 25000 Euro per anno auf Dauer nicht möglich. „Wir arbeiten an der Grenze“, so Büschenfeld, der auf den Sanierungsbedarf für 60 Jahre alte Gehege hinwies. Bernd Zimmermann (WGN) beantragte, den Zuschuss bei 25000 Euro zu belassen. Bock stimmte als Einziger dagegen, ihm sei die Summe zu hoch.

 „Bauchschmerzen“ bereitete Bock, dass das Spendenhäuschen am Eingang nicht vom Förderverein, sondern vom Zoopersonal verwaltet wird. Er witterte angesichts von jährlich 30000 Besuchern und dem eigenen Maßstab, bei jedem Besuch mit seiner Familie immerhin zwei Euro in die Box zu werfen, eine unkontrollierte Kasse mit stattlichem Inhalt. Büschenfeld entgegnete, unter den 30000 Besuchern seien zahlreiche Kinder und etliche weitere Nicht-Spender. Würde er nur einen Euro Eintritt nehmen, wäre die gesamte Debatte überflüssig.

 Der Inhalt der Spendendose werde für Futter und Streu verwendet. Zimmermann riet dazu, die Spenden zu bündeln, dann könnte auch der Inhalt des Häuschens von der Steuer abgesetzt werden. Der Förderverein verzeichnet pro Jahr 800 Euro an Spenden.

 Das Kulturforum hatte statt der zuletzt üblichen 18000 Euro einen Zuschuss von 18100 Euro beantragt. Die Summe spaltet sich auf in 16000 Euro Zuschuss für Veranstaltungen und 2100 Euro für Miete des des Kurtheaters. Da die 2100 Euro letztlich bei der von der Stadt bezuschussten KurT landen, sei dies ein durchlaufender Posten.

 Stadtdirektor Bernd Reese betonte, dass das Kulturforum der Stadt viel Geld einspare, weil es einen Großteil zum Veranstaltungsangebot beiträgt. „Das hat Qualität“, so Reese. Dem pflichtete Zimmermann bei, er regte an, die Miete um 100 Euro zu reduzieren. Bock entgegnete, das Kulturforum solle mit dem zur Verfügung stehenden Geld planen, Barsinghausen beispielsweise friere derzeit alle Zuschüsse ein.

 Über alle Empfehlungen des Fachausschusses haben noch der Verwaltungsausschuss und der Rat der Stadt zu befinden.

Kino-Zuschuss auf Probe

Was mit dem eingeplanten 4000-Euro-Zuschuss für die Kinofreunde vor dem Hintergrund der drohenden Auflösung (wir berichteten) geschieht, wollte Marlies Matthias (CDU) wissen. Bürgermeisterin Gudrun Olk sagte, dass das Geld nicht auszuzahlen ist, sollte das Kino wirklich geschlossen werden. Stadtdirektor Bernd Reese erklärte, das Geld werde stets auf Einzelrechnungen hin entrichtet. Eine Kündigung des Mietvertrags liege vor, sollte sich in den kommenden Wochen etwas Grundlegendes ändern, könne der Finanzausschuss darauf im Januar noch reagieren.

Juz-Budget noch vage

Das Budget fürs Jugendzentrum (Juz) ist derzeit noch ein vages Zahlenwerk. Etwa 110 000 Euro sollen im Etat 2013 stehen, darin sind auch zwei zusätzliche Monatsmieten für das Gebäude an der Kramerstraße enthalten, weil sich der Auszug verzögert (wir berichteten). Ein Monat kostet dort 700 Euro. 67 000 Euro sind für Personalkosten eingeplant. Wie sich der Betrieb am neuen Standort finanziell entwickelt, ist derzeit noch offen. Miete muss für das Juz im Mehrgenerationenhaus nicht mehr gezahlt werden. Die Immobilie gehört der Stadt.

16 800 Euro Sportförderung

Im Bereich Sportförderung schüttet die Stadt 16 800 Euro aus, der größte Teil davon stellt mit 11 000 Euro die Erstattung von Hallengebühren an die Vereine dar. Das Geld „fließt“ an die Samtgemeinde. Für Sportgeräteanschaffung stehen 1600 Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind nach Einschätzung des Verwaltungsmitarbeiters André Lutz auch 160 Euro für den Kauf eines Luftgewehrs. Sicher zu klären war dies bei der Sitzung nicht. 4100 Euro zahlt die Stadt für das Nutzen des Hallenbads.

Kriegsbroschüre nicht kostenlos

Eine längere Diskussion entspann sich um einen 2000-Euro-Zuschuss zum Aktualisieren einer Broschüre mit dem Titel „Bad Nenndorf im Dritten Reich“. Matthias Bock (CDU) hegte Zweifel am Sinn, den Weltkrieg jetzt aktualisieren zu wollen. Bernd Zimmermann (WGN) wandte ein, dass es auch heute noch neue Erkenntnisse geben kann.
Marlies Matthias (CDU) störte sich daran, dass die Broschüre kostenlos verteilt wird. Mehrere Ausschussmitglieder schlossen sich an und empfahlen, die Neuauflage entgeltlich zu veräußern. „Vor dem Hintergrund, was hier einmal im Jahr passiert, halte ich das für gut angelegtes Geld“, sagte Silke Engelking.
Bock hielt dagegen, dass solch ein Buch gerade Menschen mit rechtsradikalen Tendenzen gut gefallen könnte. Aber: „Das Buch schadet sicher keinem“, so Bock. So votierte der Ausschuss geschlossen dafür, die 2000 Euro zu gewähren.
Den Antrag hatte der Verein „Bad Nenndorf ist bunt“ gestellt, der auch weitere Zuschüsse beispielsweise für das Kulturfest im Sommer gewährt bekam.

Tennisspieler gehen leer aus

Der MTV Waltringhausen erhält nach Votum des Ausschusses 3000 Euro für die 800-Jahrfeier des Ortes. Beantragt waren 4500 Euro. Die Zuschüsse für die Dorfgemeinschaftsfeste in Horsten und Riepen sollen ebenso von 130 auf 150 Euro angehoben werden wie der für die Seniorenweihnachtsfeier. Die alten Sätze stammen noch aus D-Mark-Zeiten, erklärte Sitzungsleiterin Gudrun Olk. 1000 Euro bekommt der Schützenverein Bad Nenndorf zum Entlohnen einer Kapelle beim Schützenfest.
Der Tennisverein Blau-Weiß bekommt keinen Zuschuss für die Sanierung der Plätze. Stadtdirektor Bernd Reese warnte davor, dafür grünes Licht zu geben, weil andere Tennisabteilungen die Platzsanierung aus dem eigenen Budget bezahlen. „Das spricht sich sonst rum“, so Reese. Dem schlossen sich weitere Ausschussmitglieder an.

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