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Bad Nenndorf Linke: Miegel-Denkmal soll weg
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Linke: Miegel-Denkmal soll weg
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00:17 19.10.2013
Schon länger ist es umstritten, jetzt gibt es einen Antrag auf Entfernung des Agnes-Miegel-Denkmals vom Kreisverband der Linken. Quelle: jcp
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Von Jan-Christoph Prüfer

Bad Nenndorf. Sollte die Miegel-Gesellschaft nicht interessiert sein, solle die Stadtverwaltung das Denkmal einlagern und dann entscheiden, „wie weiter mit ihm zu verfahren ist“. Die Linke begründet ihren Antrag damit, dass die Agnes-Miegel-Gesellschaft aus Menschen bestehe, „die das Andenken an die Dichterin pflegen und ihre literarische Lebensleistung würdigen“.

Stein des Anstoßes ist einmal mehr Miegels Rolle im Dritten Reich. Die Vorlage führt unter anderem Miegels „Weiheverse“ („Laß deine Hand, Führer, uns vor aller Welt bekennen“) und ihre Mitgliedschaft in der NS-Frauenschaft als Argumente ins Feld, bekennt aber: „Jeder Mensch hat natürlich das Recht, die Lebensleistung von Menschen, die während des Dritten Reiches gelebt haben, für sich selbst einzuordnen.“

Die Stadt allerdings habe bei der Ehrung Verstorbener eine besondere Verantwortung, begründet die Linke ihren Vorschlag. Sie repräsentiere „alle Einwohner und hat besonders kritisch zu bewerten, ob einer verstorbenen Einwohnerin die besondere Ehre eines Denkmals zusteht“. Ein solches Monument stelle schließlich eine Person als „besonders beispielhaft und nachahmenswert“ dar.
Vor dem Hintergrund von Miegels Haltung zum Regime, und da „besonders ihre explizit zustimmenden und bewundernden Äußerungen heute zumindest umstritten sind“, stelle sich die Frage, ob eine Ehrung durch die Stadt zu rechtfertigen sei.

Die Antwort der Linken zumindest liefert die Vorlage einige Absätze später gleich selbst mit. Im Interesse der Einwohner und Besucher sei es „nicht hinnehmbar, dass die Stadt Bad Nenndorf Agnes Miegel vollkommen unkritisch ehrt“.
Ebenfalls gelte es zu klären, inwieweit sich das „bundesweit positiv wahrgenommene Engagement Bad Nenndorfs gegen Geschichtsrevisionismus durch alte und neue Nazis mit der unkritischen Haltung der Stadt zu Agnes Miegel“ vertrage.

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