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Linke legen Zug lahm

Naziaufmarsch in Bad Nenndorf Linke legen Zug lahm

Wie bereits vor zwei Jahren hat eine Zugblockade die Ankunft der Neonazis am Sonnabend erheblich verzögert. Gegen 10.18 Uhr konnte eine aus Hannover eingetroffene S-Bahn am Bahnhof der Kurstadt ihre Fahrt nicht fortsetzen, weil etwa 150 dem linken und linksextremen Lager zuzuordnende Demonstranten die Eingangsbereiche der Türen nicht verlassen wollten.

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Die Polizei muss die Blockierer vom Bahnsteig abführen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Mehr als zwei Stunden nach der planmäßigen Abfahrt setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Zuvor hatte die Polizei den Bahnsteig geräumt. So lange war der Zugverkehr auf der gesamten Strecke Hannover-Bad Nenndorf lahm gelegt, denn es steht dort großteils nur ein Gleis zur Verfügung.

Bundes- und Landespolizisten informierten die Blockierer, dass sie die Personengruppe auf dem Bahnsteig als Versammlung gemäß Niedersächsischem Versammlungsgesetz anerkannt wird. Im Gegenzug sollte aber ein Versammlungsleiter Kontakt mit den Ordnungshütern aufnehmen. Als dies ausblieb, forderte die Polizei die Demonstranten über die Lautsprecheranlage der DB mehrfach auf, den Bahnsteig zu verlassen und die Versammlung auf den Vorplatz zu verlegen.

Auch dieser Aufforderung kamen die Blockierer nicht nach, sodass die Einsatzkräfte gegen 12 Uhr damit begannen, den Bahnsteig zu räumen. Dabei kam es zu heftigen Rangeleien. Mehrere Demonstranten wurden weggetragen, einige ließen sich mit mehr oder weniger Gegenwehr abführen.

Zahlreiche Blockierer bekundeten, dass ihnen von den Polizisten Schmerzen zugefügt wurden, immer wieder stürzten einige der Abgeführten. Offiziell gab es keine Verletzten, nur einmal musste ein Sanitäterteam auf den Bahnsteig eilen, weil dort nach Polizeiangaben eine Demonstrantin einen Kreislaufkollaps erlitten hatte. Die Frau wurde mit dem Rettungswagen abtransportiert.

Als die Räumung begann, waren bereits etwa 30 Neonazis am Bahnhofsvorplatz eingetroffen. Die Gegendemonstranten mussten den Bahnhofsbereich über die Bornstraße verlassen, wo sich ein im Vorfeld nicht angemeldeter Protestzug formierte. Dort wurden Böller gezündet, ehe sich die etwa 200 Teilnehmer umfassende Demonstration in Richtung Winckler-Bad aufmachte.

Um 12.31 Uhr fuhr die S-Bahn in Richtung Haste ab – zu der Zeit waren etwa 100 Neonazis, die in Haste festgesessen hatten, bereits auf dem Weg zu Fuß nach Bad Nenndorf.

Begleitet wurden sie von der Polizei. Zwischenzeitlich hatte die Bahn mit sechs Bussen einen Schienenersatzverkehr zwischen Haste und Bantorf eingerichtet, der Bad Nenndorf aber wegen der Straßensperrungen nicht ansteuerte. Um 12 Uhr hätte die Auftaktkundgebung des sogenannten Gedenkbündnisses starten sollen.

Wegen der Blockade in Bad Nenndorf kam es im gesamten Raum Hannover zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Ob die DB gegen die Demonstranten vorgeht, um Schadenersatzansprüche geltend zu machen, ist noch unklar.  gus

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Protest

Mehr als 1000 Demonstranten aus dem bürgerlichen sowie linken Lager haben sich dem sogenannten Gedenkmarsch von Neonazis zum Winckler-Bad entgegengestellt. Beide Protestaktionen verliefen weitgehend friedlich, 1200 Polizeibeamten hatten die Lage zu jeder Zeit unter Kontrolle. Das Aufsehen erregendste Ereignis war eine Blockade des Zugverkehrs, weswegen ein Teil der Nazis von Haste nach Bad Nenndorf laufen musste.

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