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Mehr als 70 „Bildungsperlen“

Tandem-Mentorenprojekt Mehr als 70 „Bildungsperlen“

Der Flüchtlingszuzug hat das Tandem-Mentorenprojekt in Bad Nenndorf gewaltig wachsen lassen. Bei einer Pressekonferenz berichtete die Initiatorin, Elisabeth Meyer-Engelke, dass mittlerweile mehr als 70 Mentoren ungefähr 100 Jungen und Mädchen an der Grundschule und am Gymnasium betreuen.

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Elisabeth Meyer-Engelke (rechts) mit Mentorin Christine Cochlovius und dem 16-jährigen Afghanen Javad.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Die Mentoren treffen sich einmal pro Woche mit ihren Schützlingen zum Lernen. Manche haben auch zwei, drei oder gar vier Schüler in ihrer Obhut. Bei den 45- bis 90-minütigen Treffen widmen sie sich aber jeweils nur einem davon. Denn es geht vor allem um das allgemeine Stärken der Schützlinge, nicht so sehr um das Erreichen bestimmter Noten. Die verbessern sich automatisch.

„Da ist ja jemand, der mir zuhört“

Den Effekt erklärt Grundschulleiter Torsten Rolke so: Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen sonst keinen Erwachsenen haben, der sich um sie kümmert, erkennen auf einmal: „Da ist ja jemand, der mir zuhört.“ Dies stärke das Selbstwertgefühl. Die Direktorin des Gymnasiums, Irmtraud Gratza-Lüthen, ist fest überzeugt, dass die dort betreuten Schüler ohne ihre Mentoren das Abitur nicht schaffen würden.

„In Philosophie befassen sich die Schüler mit Kant, ihr Deutsch haben sie teils auf dem Schulhof gelernt“, so Gratza-Lüthen. Dies trifft vor allem auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu.

Beide Seiten profitieren

Meyer-Engelke, die von der Stiftung Help eine halbe Stelle zur Projektkoordination bezahlt bekommt, bezeichnet die Mentoren als „Bildungsperlen“. Beide Seiten profitieren, wie sie betont, denn zwischen den Erwachsenen und den Schülern entstehen teils feste Bindungen. Die Schüler freuen sich dann umso mehr, wenn sie von ihren Mentoren beispielsweise eine Urlaubs- oder eine Geburtstagskarte bekommen.

Die Warteliste potenzieller weiterer Schützlinge ist lang. Mentoren werden daher stets gesucht. Mitmachen kann jeder, der es sich zutraut – derzeit sind Helfer vom Studenten bis zum Rentner im Einsatz. gus

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