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Bad Nenndorf Miegel-Tage im Zeichen des Abschieds
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Miegel-Tage im Zeichen des Abschieds
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17:25 03.03.2015
Das Denkmal der Dichterin werden besucher der Agnes-Miegel-Tage nicht mehr zu Gesicht bekommen. Es wurde aus dem Kurpark entfernt. Quelle: Archiv
Bad Nenndorf

Die 2015er-Auflage steht unter besonderen Vorzeichen. Erst wenige Wochen sind vergangen, seitdem zwei Steinwürfe vom Tagungsort entfernt im Bad Nenndorfer Kurpark das Agnes-Miegel-Denkmal abtransportiert worden ist. Vorangegangen war im Oktober 2013 der Beschluss des Stadtrates, die Bronzefigur aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Hintergrund: Im Dritten Reich hatte Miegel Adolf Hitler in einem Gedicht gepriesen, und sie war Mitglied der NSDAP gewesen.

 Gegen den Ratsbeschluss wehrten sich Miegel-Anhänger mit einem Bürgerbegehren. Der Bürgerentscheid scheiterte am 11. Januar 2015, weil sich nur knapp 21 Prozent der Wahlberechtigten daran beteiligten. Gefordert war ein Quorum von 25 Prozent. Allerdings hatten von den 1962 Abstimmungsteilnehmern 77 Prozent (1502) für den Verbleib der Statue votiert. Am 3. Februar transportierte der Bauhof das Denkmal ab. Die Miegel-Gesellschaft will es auf dem eigenen Gelände am ehemaligen Wohnhaus der Lyrikerin platzieren.

 Das Thema Abschied steht auch auf der Tagesordnung der Miegel-Tage. Diese werden am Freitag um 16 Uhr mit dem Vortrag „Abschied aus Königsberg“ eröffnet. Ab 17.30 Uhr lesen die Vorsitzende Marianne Kopp und Jens Riederer aus Briefen, die Miegel zwischen 1894 und 1896 in einem Mädchenpensionat schrieb.

 Am Sonnabend beginnt um 10 Uhr die Mitgliederversammlung der Miegel-Gesellschaft. Um 14.15 Uhr begeben sich die Teilnehmer zur Grabstätte Agnes Miegels, die sich etwa 500 Meter vom Hotel Hannover entfernt auf dem Bad Nenndorfer Friedhof befindet. Dort ist eine Gedenkzeremonie vorgesehen. Ab 15 Uhr geht es literarisch weiter: Zunächst trägt Kopp zu Miegels Märchenspiel „Zein Alasman“ vor. Um 16.15 Uhr lesen Heike Schaufus und Fritz Köhncke dieses Werk vor. Als Abschluss ist eine Papiertheater-Vorstellung zu Hans-Christian Andersens Märchen „Das Feuerzeug“ geplant. gus