Bad Nenndorf (ems). Mit „Vernissage“ als Tourneetitel präsentierte das Orchester ein Neujahrskonzert mit klassischen Kompositionen. Mit Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ aus dem Jahr 1874 sind seinerzeit Werke des Malers Wiktor Alexandrowitsch Hartmann zu „Hörbildern“ verknüpft worden, die damals wie heute intensive Wirkung auf das Publikum zeigen.
Dirigent Henning Klingemann beschrieb dafür zunächst alle Kunstwerke mit Worten und regte an: „Erleben Sie, wie der Gnom über die Bühne poltert oder die zarten Küchlein in ihren Eierschalen tanzen“. Damit jeder im Saal auch wusste, wann das jeweilige Stück beginnt, wurden Schilder mit Stichworten hoch gehalten – wobei der erste Konzertteil volle 30 Minuten ohne Unterbrechung ablief.
Mit der Kraft von vier Pauken und sechs Trompeten wurde somit selbst das „goldene Tor von Kiew“ hörbar gemacht und sein voluminöses Klangbild wirkte gewaltig majestätisch auf die Hörerschaft ein. Am Ende dieses Kraftaktes schien Klingemann nach einer kurzen Verbeugung von der Bühne zu „rennen“, ehe er sich entspannt in einen Sessel fallen ließ. Auch das zurückgelassene und etwas verblüfft wirkende Publikum zeigte sich vollauf begeistert und huldigte den 57 Instrumentalisten mit frenetischem Beifall.
Im zweiten Teil nach der Pause präsentierte das sinfonische Blasorchester dann noch ebenso meisterlich „große Werke der Musikgeschichte“, unter anderem „Moment for Morricone“, der Filmmusik zu „Spiel mir das Lied vom Tod“, oder „Thriller“ von Michael Jackson. „Der klassische Teil war der Beste“, resümierte so mancher Besucher, immer noch tief beeindruckt. Helga Umlauff aus der Kurstadt lobte zudem „die große Klangfülle“ des Orchesters. Auf Stellwänden im Eingangsbereich konnten Besucher zudem die Fotos der vertonten Kunstwerke betrachten und die Entstehungsgeschichte des Zyklus nachlesen.
