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Mit Schweinefleisch provoziert

Jüdische Gemeinde erhält Würste Mit Schweinefleisch provoziert

Unbekannte haben der jüdischen Gemeinde in Bad Nenndorf einen Streich gespielt, der getrost als Sauerei bezeichnet werden kann: Der oder die Täter steckten zwei Würstchen aus Schweinefleisch in den Briefkasten. Entdeckt hat den Schlamassel die Vorsitzende, Marina Jalowaja.

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Schweinefleisch gilt als nicht koscher.

Quelle: dpa

BAD NENNDORF. Was zunächst eher nach unappetitlichem Kinderstreich klingt, dürfte eine gezielte Aktion gewesen sein, denn es ist bekannt, dass Juden kein Schweinefleisch essen, da es nicht koscher ist. Ludmila Nekrasova, stellvertretende Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass andersgläubige Menschen früher Juden Schweinefleisch unter die Nase hielten, wenn sie sie provozieren wollten. Oder dass sie ihnen ein Schweineohr überreichen ließen.

Sie könne zwar nur spekulieren, aus welcher Ecke die Aktion kommt. Doch dass es sich rein zufällig um Schweinefleisch handelte, das glaubt Nekrasova nicht. Auch weil sich die Sache ausgerechnet zum Auftakt des achttägigen Hanukkah-Festes, in diesem Jahr der 25. Dezember, zugetragen hat.

Ein Provokationsversuch aus dem rechten Milieu ist auch deshalb nicht ganz abwegig, weil nach dem Ausfall des Neonazi-Aufmarsches im August mehrfach rechtsradikale Agitatoren in der Kurstadt beobachtet wurden (wir berichteten). Unter anderem machten Mitglieder der Gruppe Der III. Weg am Agnes-Miegel-Denkmal halt, um der Dichterin zu huldigen. Dieselbe Gruppe ließ wenig später Propaganda-Material in Bad Nenndorfer Briefkästen stecken. Der III. Weg gehörte zu den Gruppen, die sich früher an den Nazi-Aufmärschen beteiligt hatten.

Nekrasova betont aber, dass die jüdische Gemeinde bisher nicht gezielt von rechts angegangen worden war – bis zur jetzigen Würstchen-Attacke, von der sich Nekrasova und die übrigen Mitglieder aber keineswegs provozieren ließen. Bei der Polizei wurde der Vorfall nicht angezeigt. Stattdessen servierte die Gemeinde am Dienstag unter dem Motto „Zur Winterzeit die Hand gereicht“ ihr traditionelles Essen für Alleinstehenden und Freunde.  gus

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Der Sitz der Jüdischen Gemeinde ist bereits zweimal Ziel einer Provokation mit Lebensmitteln gewesen.

Die Jüdische Gemeinde in Bad Nenndorf ist erneut Opfer eines offensichtlichen Provokationsversuchs geworden. Nachdem zum Auftakt des Hanukkah-Festes bereits Würstchen aus Schweinefleisch im Briefkasten der Gruppe gesteckt hatten, landete dort einige Tage später eine Bregenwurst.

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