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Mit Schwur ins neue Amt

Wingert als Schiedsmann vereidigt Mit Schwur ins neue Amt

Der Wechsel auf dem Bad Nenndorfer Schiedsmannsposten ist nun auch amtlich vollzogen worden. Die Direktorin des Amtsgerichts Stadthagen, Regina Benz, vereidigte Winfried Wingert als neuen Streitschlichter der Kurstadt und verabschiedete sich mit Dank und Blumen von dessen Vorgänger Volker-Dietrich Maemmecke.

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Gerichtsdirektorin Regina Benz (von rechts) verabschiedet Volker-Dietrich Maemmecke im Beisein von dessen Ehefrau Bärbel und seinem Nachfolger Winfried Wingert.

Quelle: gus

BAD NENNDORF/STADTHAGEN. Benz bescheinigte Wingert gute Voraussetzungen, weil er von Beruf Theologe ist. Dies ermögliche es ihm, auch ein stückweit in die Seele der Menschen zu schauen, die sich mit Streitfällen an ihn wenden. Sie dankte auch ihm, da er sich bereit erklärt habe, das Ehrenamt anzunehmen. Und sie lobte Wingert dafür, dass er bereits an Schulungen teilgenommen hat.

Schlichtung oftmals der effektivere Weg

Das Schiedsamt habe in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, da in einigen juristischen Gebieten zwingend ein solcher Schlichtungsversuch unternommen werden muss, bevor ein Streitfall vor Gericht landen kann. Und eine Schlichtung sei oftmals der effektivere Weg, weil er – anders als ein Gerichtsurteil – zwei Gewinnerseiten hinterlassen kann. Dies verdeutlichte Benz mit dem bildhaften Beispiel eines Streites um eine Orange: Möglicherweise möchte eine Partei den Saft haben, die andere brauche aber die Schale zum Backen. Ein Schiedsmann könne einen solchen Interessenkonflikt im Gespräch ausloten.

Wingert schwor, sein Amt nach bestem Wissen und Gewissen sowie unparteiisch auszuüben. Zudem verpflichtete sich der neue Schlichter zur Verschwiegenheit. Der Samtgemeinderat Nenndorf hatte Wingert zuvor für fünf Jahre zum Schiedsmann ernannt. Sein Zuständigkeitsgebiet ist die Stadt Bad Nenndorf. Für die Nordgemeinden ist nach wie vor Eike Loos verantwortlich.

Lob für Maemmecke

Der 76-jährige Maemmecke hat sein Amt „sehr gut ausgeübt“, lobte Benz den Vorgänger. Siebeneinhalb Jahre war der gelernte Justizfachwirt als Schiedsmann tätig. Einige schwierige Fälle habe er in dieser Zeit verhandeln müssen, gestand Maemmecke ein. Zuletzt seien es bis zu zehn Verhandlungen pro Jahr gewesen. Seine Erfahrung wolle er noch eine Weile weitergeben, daher bleibt der Nenndorfer für zwei weitere Jahre im Vorstand der hiesigen Bezirksgruppe im Bund Deutscher Schiedsmänner und -frauen.

Maemmecke, der 50 Jahre lang in der Verwaltung des Amtsgerichts Hannover gearbeitet hat, gab das zuvor erhaltene Lob zurück: Benz kümmere sich ausgesprochen gut um die Schiedsleute in ihrem Bereich – über das normale Maß hinaus. Seinen Rücktritt habe er aus Altersgründen vollzogen. Und weil er die kommenden Jahre nutzen möchte, um mit seiner Ehefrau Bärbel zu reisen. gus

Erst zum Schiedsmann, dann zum Gericht

Das Anrufen einer gemeindlichen Schiedsperson ist bei klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten obligatorisch. Soll heißen: Erst nach dem Scheitern eines solchen Schlichtungsversuchs können diese Fälle vor Gericht landen. Auch in Strafsachen wie Hausfriedensbruch, Beleidigung, leichter Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung kann die Staatsanwaltschaft die Verfolgung von Straftaten ablehnen. In diesen Fällen müssen sich Geschädigte auch erst an das Schiedsamt wenden, ehe eine Privatklage vor dem Strafgericht erhoben werden kann. Quelle: justizportal.niedersachsen

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