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Nachbarn der ersten Hohnhorster entdeckt?

Archäologische Untersuchungen Nachbarn der ersten Hohnhorster entdeckt?

Ganz so neu scheint die Idee, im Hohefeld in Bad Nenndorf zu siedeln, gar nicht zu sein. Aktuelle archäologischen Untersuchungen haben ergeben, dass sich hier schon vor 2500 Jahren Menschen niederließen. In einem halben Meter Tiefe zeichnen sich deutliche dunkle Spuren im hellen Lehm ab.

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Valentin Schröer (von links), Patrick Skodda und Jens Berthold werfen einen Blick in die Ausgrabungsstelle. Die dunkle Färbung im Boden weist auf einen Siedlungsplatz hin.

Quelle: geb

Bad Nenndorf. Kommunalarchäologe Jens Berthold ergriff die Gelegenheit beim Schopfe, als die Bagger für das im Hinteren Hohefeld entstehende Neubaugebiet ausgedehnte Furchen in den Boden gegraben hatten. „Wir haben uns früh abgestimmt und vermeiden auf diese Art Verzögerungen im Bauplan“, versichert Patrick Skodda von der Volksbank.

In der vergangenen Woche befassten sich die Experten der Firma Archaeofirm aus Isernhagen mit der Feinarbeit an den neun Befunden. Das Areal ist archäologisch kein unbeschriebenes Blatt. Bei Arbeiten an einer Gastrasse Anfang der neunziger Jahre tauchten die ersten Siedlungsspuren auf. Auch im Vorderen Hohefeld begleitete Berthold die Arbeiten und konnte Funde sichern.

Urnengräber entdeckt

„Leider konnten wir in diesem Gebiet keine Überreste einer zusammenhängenden Siedlung mit Häuserstrukturen freilegen, aber kleine Fingerzeige der Nutzung in der Eisenzeit finden sich an verschiedenen Stellen“, erklärte der Archäologe der Schaumburger Landschaft. Womöglich hielt es die Menschen hier nicht länger als eine Generation. Bei Ausgrabungen in Hohnhorst 2011 waren Urnengräber zum Vorschein gekommen.

„Vielleicht haben wir es hier mit den Nachbaren der ersten Hohnhorster zu tun“, schätzt der Kommunalarchäologe. Eine nähere historische Einordnung der Funde gestalte sich aber schwierig, da es aus dieser Region keine schriftlichen Überlieferungen dieser Epoche gibt. Die Geschichtsschreibung über die germanischen Stämme setzt erst etwa 500 Jahre später ein.

Dass sich nach so langer Zeit überhaupt noch etwas nachweisen lässt, liegt an einem schlichten archäologischen Grundsatz: Nichts hält so gut wie ein Loch. Die hier siedelnden Menschen haben vermutlich für die Lehmgewinnung eine kleine Grube ausgehoben und diese dann später mit Abfällen wie Holzkohle und Keramikscherben gefüllt.

Die unscheinbaren Scherben sammelten die Archäologen ein, um einen genaueren Blick darauf zu werfen. „Wie die Mode und Frisuren auf alten Fotos auf die Epoche hinweisen, können Verzierungen auf den Bruchstücken Aufschluss über die Entstehungszeit geben“, so Berthold.

Den weiteren Fortschritt des Neubaugebietes werden die Funde nicht verzögern. „Was wir freigelegt haben, werden wir für die weitere Auswertung fotografieren und Zeichnungen anfertigen“, sagt Archäologe Valentin Schröer. Danach steht dem Hausbau im Hinteren Hohefeld nun nichts mehr im Weg. geb

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