Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Nenndorf Streit eskaliert: Mann spuckt Nenndorfer Gastronom ins Gesicht
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Streit eskaliert: Mann spuckt Nenndorfer Gastronom ins Gesicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 11.02.2019
Der Geschädigte hat mit einem Beweisvideo Anzeige bei der Polizei erstattet. Quelle: Symbolfoto, dpa
Bad Nenndorf

Das Lokal betreibt der Wirt seit etwa fünf Jahren. „Ich erlebe die Hölle, seit ich hier bin“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Dabei fing alles mit einer Lappalie an.

So nahm der Konflikt Fahrt auf

Der Gastronom mietet neben seinem Restaurant noch einen Auto-Stellplatz, der allerdings täglich von seinen Nachbarn besetzt wird. Nachdem der Wirt die Nachbarn damit konfrontiert hatte, nahm die Familie ihn auf dem Kieker, wie er schildert. Sie provozieren ihm zufolge grundlos sogar die Gäste – die daraufhin teilweise kein weiteres Mal das Lokal aufsuchten.

Familie greift Rollstuhlfahrer an - hier geht's direkt zum Artikel

„Mein Traum löst sich auf“, sagt der Koch, der sowohl emotional als auch wirtschaftlich an seine Grenzen gekommen sei. „Meine Existenz steht auf der Kippe“, betont er. Er suche bereits nach einem Nachfolger.

Familienmitglied soll Einfahrt freimachen - dann eskaliert die Situation

Bei dem jüngsten Vorfall erhitzte seinen Schilderungen zufolge eine banale Bitte die Gemüter. Ein Fahrzeug habe die Ausfahrt versperrt, als ein Bringdienstfahrer gerade vom Hof fahren wollte. Der Lokalbesitzer forderte den Fahrer, der zu der benachbarten Familie gehört, auf, kurz Platz zu machen und den Boten vorbeizulassen.

Daraufhin seien mehrere Familienmitglieder auf den Wirt zugekommen, insbesondere der Familienvater habe sich drohend vor ihm aufgebaut. Dann habe der Kontrahent ihn „massiv beleidigt“, bedroht und ihm schließlich ins Gesicht gespuckt.

Der Mann habe ihn im Verlauf einer anderen Streitigkeit bereits dreimal hintereinander ins Gesicht gespuckt. Zudem ist die Rede von weiteren Vorfällen – abgetretenen Spiegeln beispielsweise. „Das könnte aber jeder gewesen sein“, sagt der Wirt. Er habe eine Videoüberwachung installiert, um künftige Vorfälle auswerten zu können. Die Anlage dokumentierte auch die Spuckattacke.

Amtsgericht kümmert sich um Klage von Rollstuhlfahrerin

Mit dem Video als Beweis erstattete der Geschädigte Anzeige bei der Polizei. Diese bestätigte, dass auf dem Material zu erkennen ist, wie der Nachbar den Restaurantbesitzer anspuckt.

Der jüngste Vorfall wurde noch nicht zur Staatsanwalt gegeben. Sobald die Akte dort vorliegt, wird der Fall geprüft, erklärte Sprecher André Lüth. Gegebenenfalls erhebt dann die Staatsanwaltschaft erneut Anklage gegen den Aggressor.

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft bereits Anklage wegen Körperverletzung erhoben – gegen den Familienvater und seine Frau – bezüglich des Angriffs auf die Rollstuhlfahrerin im Sommer. Der Vorgang liegt inzwischen beim Amtsgericht Stadthagen, das zu entscheiden hat, ob ein Verfahren eröffnet wird.

Sollte es in beiden Fällen es zu einem Prozess kommen, könnte theoretisch auch ein Antrag eingereicht werden, beide Verfahren miteinander zu verbinden, so Lüth. Dies sei immer eine Einzelfallentscheidung. Der Geschädigte will zudem zivilrechtlich vorgehen, wie er beteuerte. von Andrea Götting