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Nazi-Gruppe nimmt Kurstadt ins Visier

Erneute Propaganda-Aktion des „III. Wegs“ Nazi-Gruppe nimmt Kurstadt ins Visier

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen sind Mitglieder der rechtsradikalen Gruppe „Der III. Weg“ in Bad Nenndorf gewesen. Am vergangenen Wochenende wollen sie Propaganda-Flugblätter in der Innenstadt verteilt haben – die Polizei zweifelt aber daran, dass es wirklich dazu kam.

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Quelle: pr.

Bad Nenndorf. Eine Unterstützerzelle im Schaumburger Raum gibt es nach Erkenntnissen des Staatsschutzes derzeit nicht. Zunächst hatten Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung, die auch als Kleinstpartei zu Wahlen antritt, dem Agnes-Miegel-Denkmal und dem Winckler-Bad einen nächtlichen Besuch abgestattet. Möglicherweise um zu zeigen, dass sie sich auch am helligten Tag in die Kurstadt trauen, schlugen mutmaßlich drei Zugehörige des „III. Wegs“ in der Fußgängerzone auf. Hintergrund ist offenbar die Berichterstattung dieser Zeitung über die sexuelle Belästigung einer Minderjährigen. Zwei der Männer ließen sich von einer dritten Person fotografieren, in den Händen halten sie Flugblätter ihrer Organisation.

Die Gesichter der beiden Männer sind zwar unkenntlich gemacht worden, um eine Fotomontage handelt es sich indes nicht. Dass die „III.-Weg“-Aktivisten in der Innenstadt waren, ist also unzweifelhaft. Ob sie die Flugblätter, in denen sie vor Gefahren krimineller Übergriffe seitens Migranten warnen wollen, wirklich an Passanten verteilt haben, bliebt jedoch unklar. Zumindest sind nach Informationen dieser Zeitung einige in privaten Briefkästen gelandet.

Keine Flugblätter aufgetaucht

Weder dem Staatsschutz noch der Bad Nenndorfer Polizeistation liegen solche Flugblätter vor. Über deren Inhalt können die Ermittler also nichts sagen. Kontaktbeamter Jürgen Henze hält es für reichlich unwahrscheinlich, dass eine Verteilaktion rechtsextremen Propagandamaterials ausgerechnet im Naziaufmarsch-gebeutelten Bad Nenndorf unentdeckt bleibt. Es sei weder ein Flugblatt im Kommissariat abgegeben worden noch seien Spuckis – kleine Aufkleber an Straßenschildern oder Laternen – des „III. Wegs“ aufgetaucht.

Möglich ist also, dass die Gruppe das Foto nur zum Posieren in den sozialen Netzwerken nutzen wollte. Denn dort wird es fleißig verbreitet, ebenso wie Bilder ähnlicher Aktionen, die aber eher in Süd- und Ostdeutschland stattgefunden haben sollen. Außerdem sind auf den Internetseiten Hetze gegen Ausländer und Homosexuelle, Aufrufe zu Wehrhaftigkeit („du hast Kämpfer zu sein“), aber auch unfreiwillig komisch anmutende Propagandatexte zu finden – beispielsweise die Empfehlung eines Buchs, in dem beschrieben wird, wie Bäume „fühlen und kommunizieren“.

Die seit 2013 existierende Gruppe gilt als rechts der NPD angesiedelt, wie DGB-Sekretär Steffen Holz bereits erklärt hatte. Der Staatsschutz hat bisher keine Kenntnis einer hiesigen Unterstützerzelle. „Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass Personen aus dem Landkreis Schaumburg Angehörige der Partei ,Der III. Weg‘ sind“, schreibt Thomas Münch, Sprecher der Polizeiinspektion (PI) Nienburg-Schaumburg.
Trotz des wiederholten Besuchs – ob nun mit Verteilaktion oder ohne – geht die PI, bei der der Staatsschutz angesiedelt ist, nicht davon aus, dass Bad Nenndorf ein Aktivitätszentrum des „III. Wegs“ ist. gus

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