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Bad Nenndorf Neonazis dürfen vor das Winckler-Bad
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Neonazis dürfen vor das Winckler-Bad
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00:17 02.11.2013
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Von Oliver Nowak

Demnach wird den Rechtsextremen ihre Auftaktkundgebung vor dem Winckler-Bad ab 14 Uhr gewährt. Bis 18 Uhr dürfen sie dort vor ihrem „Propagandasymbol“ demonstrieren. Zwar seien in die Bewertung des erneuten Aufmarsches auch die Straftatbestände der Neonazis vom 3. August eingeflossen, allerdings seien diese keine ausreichenden Gründe, die Veranstaltung zu unterbinden, sagte Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises, auf Nachfrage dieser Zeitung.

 Die Abzugsroute wurde jedoch im Schreiben vom Landkreis geändert. Die von den Neonazis zuvor angezeigte Wegstrecke ist durch die Straßensperrung unmöglich. Die Rechtsextremen sollen vom Winckler-Bad zunächst über die Bahnhofstraße und die Kurhausstraße laufen. Von dort soll es über die Straße Am Thermalbad, die Horster Straße, die Kreuzstraße und schließlich über die Bornstraße zum Bahnhof gehen. Die Neonazis hätten dem Schreiben nicht widersprochen.

 Der vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ angemeldete „Zug der Erinnerung“ soll laut Landkreis-Schreiben vorerst nicht vor das Winckler-Bad ziehen dürfen. Wie vom Bündnis angezeigt, soll der Demonstrationszug zur Erinnerung an die Pogrome vor 75 Jahren um 11 Uhr mit einer Auftaktkundgebung vor der evangelischen Kirche beginnen. Über die Hauptstraße geht es, mit Zwischenkundgebungen an den „Stolpersteinen“, über die Kurhausstraße zum jüdischen Mahnmal – für eine weitere Zwischenkundgebung. Von da aus soll der Zug über die Straße Am Thermalbad, die Kampstraße und die Horster Straße zur jüdischen Gemeinde an der Bahnhofstraße 41 ziehen. Dort darf zwischen 13 und 18 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden. Nach Beendigung der Neonazi-Veranstaltung dürften die bürgerlichen Demonstranten gegebenenfalls für ihre Abschlusskundgebung ebenfalls bis zu zwei Stunden vor das Winckler-Bad ziehen, sagt Heimann. Mit diesem Vorschlag werde das Bündnis nicht wirklich zeitlich beschränkt. Der von „Bad Nenndorf ist bunt“ eingereichte Widerspruch werde daran nichts ändern. Die Versammlungsbescheide würden zurzeit erarbeitet, sagte Heimann. „Wir haben einen erfahrenen Anwalt an unserer Seite und werden sehen, wie es weitergeht. Wir haben keine Angst, vor Gericht zu gehen“, kommentierte Jürgen Uebel vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ die noch nicht offizielle Entscheidung des Landkreises.

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