Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Nenndorf Neubaugebiet am Scheller: Weiter Streit um Mehrfamilienhäuser
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Neubaugebiet am Scheller: Weiter Streit um Mehrfamilienhäuser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 06.02.2019
Zahlreiche Bürger aus Haste und Hohnhorst waren zu der Versammlung ins Bürgerhaus Haste gekommen. Quelle: lht
Haste

Bevor allerdings die Bürger zum Zug kamen, übergab Moderator Matthias Reinold vom gleichnamigen Rintelner Planungsbüro das Wort an Jörg Templin und Lothar Zacharias, die sich für das Baugebiet mit den Themen Lärmschutz und Verkehrsentwicklung beschäftigt hatten.

Negative Auswirkungen – und zwar weder auf noch durch das Baugebiet – konnte keiner der beiden feststellen.

Das sagen die Experten zur Baugebiet-Planung

„Der Untersuchungsraum ist schalltechnisch unkritisch“, erklärte Templin. Für die geplanten Wohnhäuser spiele wenn überhaupt der Lärm durch den nahen Bahnverkehr eine Rolle, sagte der Experte. Dabei würden die Grenzwerte zwar nachts überschritten, weshalb Schlaf- und Kinderzimmer möglichst geschützt werden sollten. Grundsätzlich sei die Belastung „aber im Rahmen des üblich Händelbaren“, berichtete Templin.

Dieser hatte sich auch mit den Auswirkungen des zusätzlichen Autoverkehrs beschäftigt, mit dem die Anwohner durch die neuen Nachbarn leben müssen. Mit einem klaren Ergebnis: „Der Zusatzverkehr durch das Neubaugebiet führt zu keiner messbaren Veränderung des Pegels.“

Allein dort, wo der Grenzwert bereits heute um sieben Dezibel überschritten würde, nämlich an der Waldstraße, sei auch künftig nicht mit weniger Belastung zu rechnen. „Dort würde ich aber schon jetzt die Fenster nicht zu lange offen lassen“, erklärte der Planer.

Waldfrieden: Verkehr steigt erheblich - ruhig sei es dennoch

Lothar Zacharias hatte sich noch intensiver mit dem Thema Verkehrsbelastung beschäftigt. Eine Zählung hätte ergeben, dass bisher 170-mal pro Tag Fahrzeuge über den Waldfrieden rollen – die Straße, über die auch die Anwohner des Neubaugebiets fahren müssten.

Durch die Neubürger rechnet Zacharias mit 500 weiteren Fahrten pro Tag. „Die absolute Steigerung ist natürlich erheblich“, sagte er. Heute sei die Situation sehr ruhig, objektiv betrachtet sei sie das aber auch noch mit 670 Fahrten pro Tag. Daher äußerte auch Zacharias keine Bedenken.

Bürger äußern Sorgen und Ängste

Viele der Bürger waren in dieser Hinsicht anderer Auffassung. Die Bahnüberführung in Haste sei schon heute überlastet, ein Abbiegen nahe des Netto-Discounters auf die B 442 entsprechend schwierig. Womöglich müsste an dieser Stelle irgendwann doch mit einer Ampel nachgerüstet werden, sagte Hohnhorsts Gemeindedirektor Mike Schmidt.

Neben Aspekten wie Überschwemmungsgefahr und Belastung durch Baustellenfahrzeuge wollten gleich mehrere Bürger über ein altbekanntes Thema sprechen: die Positionierung der Mehrfamilienhäuser im Baugebiet. Der aktuelle Plan sieht acht dieser Gebäude vor, die allesamt an die bereits vorhandenen Wohnhäuser Am Loh sowie am Kornweg anschließen und sich auch in der Höhe an diesen orientieren: Keines der Häuser darf 12,5 Meter überschreiten.

Mehrere Bürger widersprachen: Nur eins der angrenzenden Häuser Am Loh sei zweigeschossig. Davon, dass sich die Mehrfamilienhäuser ins Gesamtbild einfügen, könne also keine Rede sein.

von Lennart Hecht