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Neue Gespräche in Sicht

Maisbomber Neue Gespräche in Sicht

Im Streit um den Verkehr von Maisbombern auf der Sölvienstraße gibt es Bewegung. Nachdem die Anwohner mit einer Protestaktion ihrem Ärger über das gesteigerte Verkehrsaufkommen Luft gemacht hatten, rückt das Thema in der lokalen Politik wieder in den Fokus.

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Anwohner demonstrieren gegen den Verkehr in der Sölvienstraße.

Quelle: gus

KREUZRIEHE. „Nach zehn Jahren ist es endlich Zeit, dass wir uns zusammensetzen und eine zufriedenstellende Lösung für alle Seiten finden“, fordert Suthfelds Bürgermeisterin Katrin Hösl. „Wir haben das Problem zu lange vor uns hergeschoben. Dabei könnte man Wege finden, die nicht durch bebautes Gebiet gehen, wenn man danach suchen würde.“

Seit die Biogasanlage bei Bad Nenndorf vor einer Dekade den Betrieb aufnahm, werden die Anwohner der Sölvienstraße besonders in der Erntezeit vom Lärm der vier Meter hohen und sieben Meter langen Gefährte belastet. Diese passieren die Straße auf ihrer Route zur Energiegewinnungsanlage, die sie mit Maispflanzen beliefern.

Interessenkonflikte

Bis zu 150 Touren führen an manchen Tagen durch den Weg am Kreuzrieher Ortsrand, dessen Fahrbahndecke davon sichtlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch an der Rieher Seewiese sind laut Hösl die Spuren der massiven landwirtschaftlichen Nutzung sichtbar. Dort haben sich netzartige Risse in der Fahrbahndecke gebildet. Eine Sanierung der Straßen scheint daher unumgänglich und dürfte mehrere Zentausend Euro verschlingen. „Aber die Anwohner wollen keine neue Straße, wenn diese von den Maisbombern erneut zerstört wird“, beschreibt die Bürgermeisterin das Dilemma.

Bisherige Ansätze, den Verkehr an den Wohngebieten vorbeizuführen, waren gescheitert. So lief etwa der Ausbau eines Feldwirtschaftsweges entlang der Beeke ins Leere, weil sich die Besitzerin eines Eckgrundstückes weigerte, einen kleinen Teil ihres Landes für die Verbreiterung zu verkaufen. Nun bahnen sich neue Gespräche an.

„Es nützt nichts, sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben, aber auf lange Sicht müssen wir unsere Straßen wieder in einen guten Zustand bringen“, betont Hösl. In dieser Hinsicht sieht sie insbesondere die Stadt Bad Nenndorf in der Pflicht, auf deren Boden die Biogasanlage steht.

Angesprochen auf diesen Appell, signalisiert auch André Lutz, Allgemeiner Vertreter des Nenndorfer Samtgemeindebürgermeisters Mike Schmidt, Gesprächsbereitschaft: „Wir sollten die aktuellen Schwierigkeiten zum Anlass nehmen, wieder Gespräche zu führen.“ Allerdings müssten dabei außer den Anwohnern auch die Landwirte berücksichtigt werden, die aus Kostengründen einen möglichst kurzen Weg zur Biogasanlage bevorzugen. „Leider können wir nicht so, wie wir im Sinne der Anwohner wollen“, sagt Lutz. Entsprechend sei noch unklar, ob sich eine Möglichkeit findet, die Wohngebiete ganz zu verschonen. lht

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