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Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten überwiegen

Weisser Ring stellt Arbeit vor Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten überwiegen

 Seit 40 Jahren macht sich der Weiße Ring (WR) als Verein für die Opfer von Verbrechen stark.Der Bundespolitiker Maik Beermann (CDU) besuchte Thomas Weishaupt und Manfred Herrmann, die in den Räumen des Curanums jeden Mittwoch zwischen 13 und 15 Uhr als Ansprechpartner bereit stehen.

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Maik Beermann (Dritter von links) informiert sich beim Weissen Ring. 

Quelle: geb

Bad Nenndorf.. Sieben Mitarbeiter kümmern sich um Opfer von Verbrechen in Schaumburg. „Wer sich bei uns meldet, wird innerhalb von 24 Stunden zurückgerufen“, verspricht Außenstellenleiter Weishaupt. Auch wenn nicht sofort ein Termin gemacht wird, ist der erste Kontakt sicher. Nach einer Erhebung von 2015 sind es mit einem Anteil von 30 Prozent überwiegend Opfer von Sexualdelikten im Landkreis, die sich an den Weißen Ring wenden.

 „Statistisch gesehen gab es sieben Vorfälle, bevor sich eine Frau bei uns meldet“, weiß Herrmann. Als Beamter des Landeskriminalamts befasste er sich 44 Jahre lang beruflich mit vielen Sexualstraftaten. Zur Polizei gehen die meisten Frauen nicht.

 Körperverletzung machte mit 23 Prozent die zweitgrößte Opfergruppe aus, Diebstahl und Raub folgten mit 17 Prozent. Im Curanum-Ladenlokal in Bad Nenndorf informieren sich Menschen eher pauschal, das vertrauliche Gespräch suchen Opfer per Telefon. Idealerweise treffen Helfer die Person in den eigenen vier Wänden, um den sozialen Hintergrund einschätzen zu können und im ausführlichen Gespräch abzuwägen, ob der Verein helfen kann. „Wir lassen niemanden hängen“, so Weishaupt. Der Weiße Ring leitet Aspekte, die nicht im Täter/Opfer-Kontext stehen, aber auch weiter.

 Aus seiner Berufserfahrung bei der Sparkasse weiß Beermann, dass die Menschen, die beim Schützenfest gerne prassen, mitunter ihre Kinder hungrig zur Schule schicken. Gerade bei Bekannten sei diskretes Vorgehen daher geboten. Frauen oder Kinder holt der WR aus dem gewalttätigen Umfeld, unterstützt beim Umzug, vermittelt kurzfristig Therapien oder steht Opfern beim Gang zum Richter zur Seite.

 

 „Über 250 Euro kann ich sofort verfügen, um zu helfen. Alles Weitere beantragen wir bei der Geschäftsstelle in Mainz“, erklärte Weishaupt. Bei 70 bis 90 Fällen jährlich begleiten er und seine Mitarbeiter – manche über Jahre, andere sind nach drei Terminen erledigt. „Wir finden für fast alles eine Lösung“, meinte der frühere Dozent für Erwachsenenbildung.

 Auch den Helfern selbst steht Unterstützung zu. „Eine meiner Mitarbeiterinnen hatte einmal innerhalb eines Monats drei Vergewaltigungsfälle betreut. Daraus habe ich gelernt“, erinnert sich Weishaupt. Das Landesbüro organisiert Gruppentherapien, damit die Helfer sich ihre Eindrücke von der Seele reden können.

 Ein sauberes Führungszeugnis und keine hohe Verschuldung hält er für Grundvoraussetzungen, um sich beim WR zu engagieren, und empfiehlt: „Seien Sie Sie selbst.“

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