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Park mutiert zum Sportplatz

Ärger über Mountainbiker Park mutiert zum Sportplatz

Der Behinderten- und Seniorenbeirat hat die Debatte um das Radfahren im Kurpark neu angestoßen. Diesmal ging es aber nicht um gemütlich über die Promenade rollende Radler sondern um Mountainbiker, die offenbar eine Arena für ihren Sport gefunden haben.

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So ähnlich wie dieser gepanzerte Downhill-Mountainbiker im Deister rasen manche Sportler den Kurpark hinunter und erschrecken dabei Passanten.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

BAD NENNDORF. Dass auf der Kurpromenade Fahrrad gefahren wird, werde ja mittlerweile als normal eingestuft, sagte Wilfried Koch in sarkastischem Ton. Die Verbotsschilder nehme kaum jemand wahr. Jetzt komme aber noch das Problem von Downhill-Mountainbikern hinzu. Diese Sportler rasen am Galenberg los, fahren Wege, Wiesen und Treppen herunter und bremsen auf der Esplanade ab.

Zum Teil werden Passanten mit Schotter und Dreck bespritzt, so Koch. Wenn sich dann jemand beschere, werde derjenige beschimpft. Ein Betroffener habe gesagt, dass er sogar bedroht worden sei. „Die fahren da runter, auch wenn Veranstaltungen sind“, betonte Koch. Er selbst habe diesem Treiben kürzlich entgeistert zusehen müssen.

Jugendlichen fehlen Alternativen

André Lutz, Leiter des Amtes Bildung und Soziales, vermutete, dass den Jugendlichen legale Alternativen fehlten, und verwies auf die Vorhaben, BMX- und Skaterbahnen in Haste beziehungsweise Bad Nenndorf zu bauen. Er kündigte aber auch an, dass Mitarbeiter des Rathauses im Park künftig mehr Präsenz zeigen und die jungen Sportler direkt ansprechen. „Dann wird sich da hoffentlich etwas ändern“, so Lutz. Bald werde beispielsweise ein zusätzlicher Kollege eingestellt, der sich im Schwerpunkt dem Kurpark widmen soll.

Koch blieb skeptisch: Die Mitarbeiter der Kur- und Tourismusgesellschaft, die im Park beispielsweise Bänke aufstellen, werden seiner Meinung nach von den Jugendlichen gar nicht ernst genommen. Edeltraut Benthin pflichtete ihm bei. Auch sie habe sich bereits erschreckt, als Mountainbiker an ihr vorbeirasten, und sei von den Jugendlichen als Replik „angemacht“ worden. Elisabeth Wegner sah ebenfalls dringenden Handlungsbedarf.

Es gibt Handlungsbedarf

„Wenn die Stadt Betrieb haben will im Park, dann muss sie so etwas stoppen“, betonte Koch, der das Durchsetzen des generellen Radfahrverbots in dem Landschaftsgarten forderte. Ein Problem ist nach Einschätzung Siegfried Krefts, dass die Polizei im Park nicht ständig kontrollieren kann, ob dort alle Regeln eingehalten werden. Dies brachte den Beiratsvorsitzenden, Klaus-Dieter Salzbrunn, darauf, dass auch auf den Gehwegen vielfach Rad gefahren werde – Handlungsbedarf in Sachen Radfahren gebe es für die hiesigen Ordnungshüter also durchaus.

Fußgänger sollen Vorrang haben

Friedrich Kräft, ehemaliger Vorsitzender des Beirats, sprach sich für eine Änderung aus: In Bad Elster gebe es eine Erlaubnis fürs Radfahren im Kurpark, allerdings haben die Fußgänger Vorrang. Ein gemeinsames Miteinander unter gegenseitiger Rücksichtnahme sei besser als ein Verbot. Dies fand auch Beiratsmitglied Siegfried Kreft sinnvoll, wobei das Mountainbiken sowohl Kräft als auch Kreft ebenfalls strikt für unzulässig hielten. Doch mit dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme wäre das sportliche Mountainbiken automatisch von der Radfahrerlaubnis ausgeklammert.

Der Beirat will nun eine Stellungnahme im Rathaus einreichen. Darüber müssen dann die politischen Gremien diskutieren. Im vergangenen Jahr hatte die Touristinformation bereits vor dem Trend gewarnt, dass Mountainbiker den Kurpark mehr und mehr zu ihrem Sportgelände machen. gus

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