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Bad Nenndorf Parkpalette: Entwurf überzeugt nicht
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Parkpalette: Entwurf überzeugt nicht
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16:17 11.02.2011
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Bad Nenndorf (bab). Statt einer dreidimensionalen Computersimulation, die vom Verwaltungsausschuss gefordert wurde, brachte Blancke ein Pappmodell und drei Planzeichnungen mit. Wie sich die Parkpalette mit 80 Einstellplätzen in das Gelände einfügt und wie viele Bäume fallen müssen, ging aus der Darstellung ebenso wenig hervor wie die Abstände zu den umliegenden Gebäuden. Außerdem fehlen den Politikern aussagekräftige Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Während Blancke ausführte, der Baumbestand werde in großem Umfang erhalten bleiben und nur ein bis zwei Bäume dem Bau weichen müssten, sprach Zuhörer Michael Kosian von acht Bäumen. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Konstruktion der Parkpalette mit Betonrampen und Stahlgittern, die für die Kritiker nicht in das Ensemble rund um die bestehenden Gebäude passen. Im Publikum meldete sich die Vorsitzende der Nenndorfer Wählergemeinschaft, Heike Beiersdorfer, zu Wort. Nach all den Planungen zur Sanierung und Verschönerung der Innenstadt frage sie sich, was das nütze, wenn man „dicht hinter das Thermalbad einen Stahlklotz hinknallt“. „Wer ist dafür verantwortlich? Wer hat das in die Wege geleitet?“, lautete ihre Frage, die eine Weile im Raum stehen blieb, bevor SPD-Fraktionssprecher Volker Busse sagte: „Der Verwaltungsausschuss hat den Auftrag erteilt.“
Weitgehend unwidersprochen ist die Meinung des Bauausschusses und der Bürger, die sich zu Wort meldeten, dass es in der Innenstadt Parkplätze für Veranstaltungen in der Wandelhalle und für Besucher der Gesundheits- und Badeeinrichtungen geben muss. Doch darüber, wo und wie diese entstehen sollen und wie hoch die benötigte Anzahl sein müsste, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Ansgar Werner (CDU), der auch die Baukosten von schätzungsweise „800 000 Euro auf Stadtseite“ für die Parkpalette annimmt, kann sich vorstellen, dass die vorgesehene Fläche mit „ganz normalen“ Parkplätzen versehen wird und forderte die Verwaltung auf, die Eckdaten dafür einmal zu ermitteln.

„Hausgemachte Probleme“ sieht Bauausschussmitglied Frank Steen (WGN) in der Parkplatzdiskussion. „Keiner ist bereit, über eine Lösung auf dem Themalbadparkplatzgelände nachzudenken“, sprach er das Grundstück gegenüber der Landgrafentherme an. Für Steen „ist und bleibt“ die geplante Parkpalette ein Fremdkörper.

Unpassend und vor allem teuer wäre nach Meinung von SPD-Sprecher Volker Busse aber auch ein kombiniertes Park-, Geschäfts- und Wohnhaus gegenüber der Therme. „Die Bürger möchten möglichst jeden grünen Grashalm behalten, das kann ich auch nachvollziehen, aber was ist mit den Gästen?“, plädierte er sich für Stellflächen an der Wandelhalle.

Erwin Biener (WGN), der kundtat, „immer ein Gegner“ der „Verschandelung“ des Geländes zwischen Poststraße und Kurhausstraße zu bleiben, fehlten zudem die Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten für die Palette. Die WGN denke über eine Bürgerbefragung nach, kündigte Steen an. Dann werde man sehen, „ob die Bevölkerung das wirklich will“. Der Ausschuss will jetzt noch einmal eine Darstellung präsentiert bekommen, die das Bauwerk in Zusammenhang mit der Umgebung setzt.

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