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Partnerfamilie von Anschlägen betroffen

Bad Nenndorf Partnerfamilie von Anschlägen betroffen

Ein Mitglied einer Partnerfamilie aus dem französischen Doudeville und dessen Freundin sind am Freitag, 13. November, im Pariser Club Bataclan gewesen, als Terroristen dort 89 Menschen töteten und viele weitere verletzten. Der junge Mann kam unbeschadet davon, seine Freundin wurde jedoch angeschossen.

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Im Pariser Musik-Club Bataclan haben Terroristen am 13. November 89 Menschen getötet.

Quelle: dpa

Bad Nenndorf. Diese direkte Verbindung des Terrorakts zur Städtepartnerschaft Bad Nenndorfs mit Doudeville wurde bei den Haushaltsberatungen des zuständigen Ausschusses bekannt. Das Gremium befasst sich mit den Partnerschaften zum nordfranzösischen Doudeville und zum südpolnischen Gdów. Gerhard Borcherding, Sprecher der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) Bad Nenndorf, berichtete darüber, dass eine Partnerfamilie unmittelbar vom Geschehen in Paris berührt gewesen sei. Ein Enkel, der regelmäßiger Besucher der Kurstadt sei, und dessen Freundin seien während des Konzerts der Rockband „Eagles of Death Metal“ im Bataclan gewesen. Der Enkel entkam unverletzt, dessen Freundin wurde angeschossen.
Eine Bad Nenndorferin, die die betroffene Partnerfamilie bereits mehrfach beherbergt hatte, erkundigte sich gleich nach den Attentaten vom 13. November bei ihren Bekannten in Doudeville, ob dort alles in Ordnung sei. Schließlich wusste sie, dass der Enkel der Familie in Paris lebt. Die Antwort war schockierend.
Seit 32 Jahren nimmt die Bad Nenndorferin am Austausch mit Doudeville teil. Sie war bei der jetzt betroffenen Familie zu Gast. Den Enkel kennt sie ebenfalls persönlich. Ihren Namen möchte die Frau lieber nicht in der Zeitung lesen, und auch die Namen der Betroffenen will sie nicht nennen, um die Sache nicht zu sehr aufzubauschen. Für sie macht dies aber deutlich: Der Terror von Paris ist nicht weit weg. Verstecken solle sich jetzt dennoch niemand. „Dann haben die erreicht, was sie wollten“, betont die Bad Nenndorferin.
Sie frage grundsätzlich bei ihren Freunden in Frankreich nach dem Rechten, wenn Geschehnisse wie zuletzt in Paris bekannt werden. Schließlich wohnt ihre eigene Cousine auch in Paris. Diese erlebte die Terrornacht des 13. November allerdings auf dem Sofa. Die verletzte Freundin des Enkels ihrer Partnerfamilie soll in Kürze aus dem Krankenhaus entlassen werden. Lebensgefahr habe nicht bestanden. Doch die Partnerfamilie muss das Geschehene jetzt erst einmal aufarbeiten.
„Die Welt ist klein“, sagte auch Borcherding in der Ausschusssitzung. Die Krisen, die die Welt derzeit erlebe, zeigten, wie groß die Spannungen seien, unter denen die Nationen in Europa stehen. Doch selbst auf der unteren Ebene könnten die Menschen ihren Teil leisten, um diese Spannungen abzubauen. Städtepartnerschaften hätten gerade jetzt eine wichtige Funktion. Umso mehr sollten in den nächsten Jahren Delegationen in die Bad Nenndorfer Partnerstädte aufbrechen. Und Borcherding wünschte sich, dass möglichst viele Ratsmitglieder an diesen Reisen teilnehmen.
Nach dessen Worten reist im kommenden Jahr eine Gruppe Franzosen aus Doudeville in die Kurstadt. Eine Bad Nenndorfer Delegation hatte der Partnerstadt im vergangenen Oktober einen Besuch abgestattet. Dabei wurde eine Urkunde unterzeichnet, die das Fortbestehen der 35-jährigen „Jummelage“ manifestieren soll. gus

Zuschüsse genehmigt

Der Partnerschaftsausschuss genehmigte die von der Deutsch-Französischen Gesellschaft und vom Förderverein Deutsch-Polnische Partnerschaft beantragten 3000 respektive 2500 Euro an finanzieller Unterstützung. Auch die vom VfL Bad Nenndorf gewünschten 400 Euro für Jugendbegegnungen wurden gewährt. Die Stadt stellt sogar pro Position 1000 Euro mehr in ihren Etat, um bei Besuchen Geschenke für die Partner-Delegationen kaufen zu können. Dies war bereits im Jahr 2014 befürwortet worden. gus

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