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Planer vom Hof gejagt

Zweifel an Kostengrenze Planer vom Hof gejagt

Die Samtgemeinde Nenndorf hat endgültig die Faxen dicke: Der Feuerwehrausschuss hat dafür votiert, die Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro 3S, das die bisherigen Entwürfe für das Feuerhaus Bad Nenndorf erstellt hat, zu beenden.

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Quelle: Symbolfoto

Bad Nenndorf.  Selbst im 15. Entwurf hatte die Verwaltung in Rücksprache mit der Feuerwehr noch eine Vielzahl an Mängeln ausgemacht.

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte 3S vor dem Aus gestanden. Doch Befürchtungen, dass Regressforderungen diesen Schritt zum Fass ohne Boden machen könnten, ließen Politik und Verwaltung zögern. Mittlerweile ist geklärt, dass die Stadt 3S kündigen kann, ohne dass die Neuausschreibung des Auftrags viel Zeit und Geld verschlingt und ohne dass 3S mehr verlangen kann, als das Honorar für die bisher geleistete Arbeit.

Entscheidend ist, dass die auszuschreibenden Planungskosten für die verbleibenden Leistungen nicht über 207 000 Euro liegen. Dabei zahlt es sich aus, dass die Politik bereits entschieden hatte, den Bauhof aus der jetzigen Planung herauszuhalten. Somit werden die 207 000 Euro unterschritten, und eine europaweite Ausschreibung ist nicht nötig.

Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt hob in der Sitzung noch einmal hervor, wie groß die Mängel an der Arbeit des Büros 3S aus Sicht der Stadt sind. Die Planer hätten – trotz Überschreitung des avisierten Kostenrahmens – darauf hingewiesen, dass sie am unteren Limit der Baustandards arbeiten. „Das klingelt mir immer noch in den Ohren“, so Schmidt.

Dieser geht davon aus, dass ab Oktober gebaut werden kann. Die Verwaltung sucht jetzt mit Nachdruck nach einem neuen Planer. Dieser soll auf der Grundlage der 3S-Pläne seine Arbeit aufnehmen. Der neue Planer wird ebenso wie das bisherige Büro auf Stufenbasis beauftragt. Somit muss jede der neun Phasen neu in Auftrag gegeben werden, was wiederum die Möglichkeit mit sich bringt, die Zusammenarbeit jederzeit zu beenden.

Die Politiker zeigten sich zufrieden, dass die Hängepartie nun endet. Doch nach dem Debakel blieben Hurra-Rufe aus. „Wir müssen jetzt in die Pötte kommen“, forderte Heiner Wrede (Grüne). CDU-Ratsherr Werner Bövers setzte inhaltliche Schwerpunkte. Obwohl in Ausschusssitzungen und Arbeitsgruppen viel über das Raumkonzept des Feuerwehrhauses diskutiert worden sei, habe 3S dieses nicht umgesetzt. Das Konzept sei aber wichtiger, „als irgendwo 100 000 Euro zu sparen.“

Ralph Tegtmeier (SPD) gestand Fehler aufseiten des Rates ein. „Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen“, sagte er. Dass die Kostengrenze von 4,2 Millionen für das Projekt zu knapp bemessen ist, hätten schon Experten im Zuge des Ausschreibungsverfahrens gesagt. Daher solle diese Summe nicht mehr in Stein gemeißelt sein. „4,2 Millionen für Bauhof und Feuerwehr, das wird nicht mehr klappen“, sagte Tegtmeier, der damit Bövers Recht gab. Allein wegen der Verzögerung seien Kostensteigerungen eingetreten. Möglich, dass am Schluss keine Vier mehr vor dem Komma stehe.

Die Planungskosten belaufen sich bisher auf 180 000 Euro. Wie hoch der Anteil ist, den 3S nun in Rechnung stellen kann, ist noch offen. Schmidt deutete an, dass deren Bezüge auf Grundlage der Querelen gekürzt werden.  gus

Von wegen „undenkbar“

Das Planungsbüro 3S hat den Bau der dringend nötigen Feuerwache für die Bad Nenndorfer Brandbekämpfer um mindestens ein Jahr verzögert. Die Feuerwehrleute ärgern sich zu Recht darüber. Aber auch andere dürften mit Staunen lesen, dass die Planer für ihre „Leistung“ auch noch Tausende Euro Honorar verlangen können. Angenommen, ein Malermeister streicht ein Haus nicht, wie vereinbart, weiß an, sondern quietschgelb. Und der Hauseigentümer soll dann einen neuen Maler beauftragen, der das Gelb weiß übertüncht. Undenkbar, dass dem ersten Handwerker überhaupt Geld gezahlt wird. Doch ganz ähnlich geht es der Samtgemeinde jetzt. Also: Von wegen „undenkbar“.

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