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Planer warnt: Nicht alles jetzt schon zerreden

Bad Nenndorf / Kurhausstraße Planer warnt: Nicht alles jetzt schon zerreden

Wegfall von Parkplätzen, Autolärm, Stau und Umsatzeinbußen: Das sind die Befürchtungen, die Anwohner und Geschäftsleute bewogen haben, sich in dieser Zeitung zu Wort zu melden. Roland Heller überreichte Stadtdirektor Bernd Reese bei der Versammlung im „Hotel Delphin“ eine Resolution, mit der mittlerweile 115 Unterzeichner Einspruch einlegen gegen die Pläne zum Umbau der Kurhausstraße sowie die Einmündung in die Bahnhofsstraße.

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Einspruch gegen den Entwurf zum Umbau der Kurhausstraße: Anlieger Roland Heller (links) erklärt dem Planer Prof. Rainer Hobigk die Bedenken der Unterzeichner. © tes

Bad Nenndorf (tes). Als unverzichtbar stufen die Unternehmer die Parkplätze an den Geschäften und Praxen ein.

Da gab Architekt Prof. Rainer Hobigk Entwarnung: Die Zahl der Stellplätze verringere sich nur unwesentlich um ein bis zwei Haltebuchten. Reinhard Schreek, Vorstand der Volksbank in Schaumburg, lobte die Pläne, warnte jedoch vor einer Verschärfung der Parkplatzsituation an der stark belasteten Ecke Volksbank und Post durch ein Baumtor.

„Es geht um Aufenthaltsqualität und die Einkaufssituation“, verdeutlichte Hobigk die Herausforderung, auf der 350 Meter langen Hauptstraße für Verkehrsberuhigung zu sorgen und zusätzlich Fahrräder zuzulassen. Dabei setzt der Planer auf Bäume im Alleecharakter, eine Torsituation an den Zufahrten, eine engere Fahrbahn und einen Radfahrschutzstreifen nach dem Vorbild in der Rodenberger Allee.

Dies soll den Verkehr bremsen ebenso wie der Wegfall der Bushaltebuchten. „Problematisch“, war man sich im Publikum einig. Wartende Autos an der stark frequentierten Haltestelle sorgten zusätzlich für Stau. Zudem berge der schmale Streifen für Radfahrer eine Unfallgefahr, sagte Ratsfrau Ortrud Göring. Der Architekt gab ihr Recht, sah aber keine andere Chance.

Mehr noch als Bäume, die die Schriftzüge der Geschäfte verdecken, beunruhigen die Händler finanzielle Verluste während der Bauphase, die keinesfalls so lange dauern dürfe, wie in der oberen Kurhausstraße. Auch hier gab es Entwarnung: Der Umbau solle abschnittsweise erfolgen und sei nicht so aufwändig, erklärte Bauamtsleiter Hans-Bernhard Kampen. Sondermittel zur Entschädigung gebe es aber nicht.
Gegen Einbußen sei auch die Initiative der Gewerbetreibenden gefragt, riet Reese, sich ein Beispiel an Barsinghausen zu nehmen. Die Händler hätten sich zusammengetan und den Kunden während der Bauphase attraktive Angebote gemacht.

Ziel für die Fördermittel sei, den Ort voranzubringen, um in der Konkurrenz der Kurorte zu bestehen, warnte Hobigk, nicht schon in der Vorentwurfsphase alle Pläne auszubremsen. Reese sah Bad Nenndorf auf dem richtigen Weg: Fördermittel seien vernünftig zu investieren, um Nachhaltigkeit zu erreichen.

Anziehungspunkte in der Stadt vermisste Hotelier Klaus Pittack Junior. „Es geht um die Definition Bad Nenndorfs für die nächsten 20 Jahre“, warnte der Bad Nenndorfer Architekt Norbert Schittek unter Beifall vor zu viel Eigennutz: „Wir haben eine Chance, die wir nicht verspielen sollten.“ Anders als in der Anliegerversammlung zur Fußgängerzone gab es zum Schluss Beifall für den Planer Hobigk.

„Planung braucht gute Kommunikation“, erklärte Schittek, viele seien aus der Zeitung informiert worden. Jetzt sei das Kind in den Brunnen gefallen und der Argwohn geweckt. Auch zu dieser Versammlung seien viele der Betroffenen nicht eingeladen worden, monierte Anlieger Roland Heller. Stadtdirektor Bernd Reese betonte die Gesprächsbereitschaft der Verwaltung: „Wir sind in der Bringschuld.“ Im Internet werde über die Planung informiert. Zudem werde über keine Stadt in Schaumburg so intensiv berichtet wie über Bad Nenndorf.

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