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Platz soll Arzt-Namen tragen

Dr. Ernst Blumenberg Platz soll Arzt-Namen tragen

Dass der Zentrale Platz zwischen Haus Kassel und Kurhaus eine gelungene Sanierungsmaßnahme war, gilt als unumstritten. Doch der durchaus sperrige Name hat sich noch nicht eingebürgert. Muss er vielleicht auch nicht, weil sich eine Initiative geformt hat, sich für den Platz einen anderen Namen wünscht.

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Der Zentrale Platz könnte bald nach Dr. Ernst Blumenberg benannt werden. Derzeit erinnert eine kleine Tafel an das Opfer des Dritten Reichs. 

Quelle: gus

BAD NENNDORF. Die Jüdische Gemeinde und das Bündnis Bad Nenndorf ist bunt haben der Stadt vorgeschlagen, die Stelle Dr.-Ernst-Blumenberg-Platz zu benennen. Ernst Blumenberg war einst als Arzt in Bad Nenndorf tätig und wurde als Jude von den Nazis verfolgt.

Ihm ist bereits eine kleine Gedenktafel an seiner früheren Wirkungsstätte, wo er von 1929 bis 1937 praktiziert hatte, gewidmet. Vor dem Haus befindet sich zudem ein sogenannter Stolperstein mit Ernst Blumenbergs Namen. So wäre der jetzige Zentrale Platz auch von der Lage her geeignet, dem einstigen Arzt eine deutlich prominentere Ehrung zuteil werden zu lassen.

Dieser Vorschlag war erstmals während einer Versammlung des Kulturforums Bad Nenndorf besprochen worden, wo sich gleich erste Unterstützer fanden. Nun hat die Initiative den Vorschlag offiziell eingereicht, wie Jürgen Uebel, Vorsitzender von Bad Nenndorf ist bunt, berichtete.

Nach Shanghai geflüchtet

Es wird damit gerechnet, dass die politischen Gremien nach der Sommerpause in die Diskussion einsteigen. Blumenberg wurde im Dritten Reich denunziert und inhaftiert. Als Flüchtling verschlug es ihn später nach Shanghai, wo er weiter verfolgt wurde. 1973 verstarb Blumenberg in den USA, wo er noch einmal als Arzt praktizierte.

Mit der Umbenennung soll in Zeiten erneut verstärkter Fluchtbewegungen für Toleranz und menschliches Miteinander geworben werden. Auch wegen der Neonazi-Aufmärsche wäre eine Benennung nach einem Opfer des Dritten Reichs ein deutliches Zeichen gegen Rechts seitens der Stadt.

Die Umgestaltung des Zentralen Platzes im Jahr 2015 hat rund eine Million Euro gekostet, wovon zwei Drittel aus dem Stadtentwicklungsprogramm gefördert wurden. Weitere 170 000 Euro kostete die Installation des Wasserspiels „Großer Abwasch“. Die noch unfertigen Randbereiche sollen im Zuge der Kurhaussanierung angepasst werden. Deren Start ist für das kommende Jahr anberaumt. gus

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