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Polizei speckt Aufgebot ab

Nach abgesagtem Neonazi-Aufmarsch Polizei speckt Aufgebot ab

Nachdem sich der Bericht dieser Zeitung über den abgesagten Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf verbreitet hatte, war der Vorgang Gesprächsthema Nummer eins.

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BAD NENNDORF. Bei aller Freude war aus dem bürgerlichen Protestbündnis aber auch zu hören, dass nun umso mehr für die Gegenkundgebung geworben werden muss. Auch die Polizei bereitet sich auf einen zwar abgespeckten, aber dennoch notwendigen Einsatz am 6. August vor.

„Um einen möglichst störungsfreien Ablauf und Schutz der Versammlungen am Einsatztag gewährleisten zu können, arbeiten Polizei und Verwaltungsbehörden intensiv im Vorfeld miteinander zusammen“, schreibt die Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg in einer Pressemitteilung. Es habe bereits mehrere Gespräche gegeben. Nach Informationen dieser Zeitung hatten erst Mitte dieser Woche Bündnismitglieder aus Bad Nenndorf im Kreishaus mit den Behörden zusammengesessen. Bürgerliches Lager hat nun Vorrechte.

Der PI obliegt seit Jahren die Einsatzleitung beim Naziaufmarsch, der Landkreis fungiert als Versammlungsbehörde, die die Auflagen erteilt und die Kundgebungen erlauben muss. Mit der Genehmigung der Gegenkundgebung des bürgerlichen Lagers hat der Landkreis am Donnerstag Fakten geschaffen: Am 6. August hat das bürgerliche Lager Vorfahrt. Wer auch immer eine weitere Versammlung anmelden möchte, muss sich an den nun genehmigten Demonstrationsrouten und den Zeiten der Nazigegner orientieren.

Nazi-Aufmarsch noch nicht vom Tisch

Experten rechnen daher damit, dass die Organisatoren des rechten „Gedenkmarsches“ zum Winckler-Bad am selben Tag nicht nach Bad Nenndorf kommen. Auszuschließen ist aber nicht, dass es 2016 doch noch einen Nazi-Aufmarsch gibt, der dann aber wohl erheblich kleiner ausfallen dürfte als die bislang letzten mit rund 180 Teilnehmern. Als wahrscheinlicher gilt daher, dass die Rechten sich ein Jahr Pause leisten und in 2017 einen erneuten Anlauf unternehmen.

Doch erst einmal steht der 6. August 2016 bevor. Die PI arbeitet nach eigenen Angaben nun am taktischen Konzept für diesen Tag. „Ohne ins Detail gehen zu wollen, wird der Kräfteansatz – sofern es bei der Versammlungslage bleibt – folgerichtig deutlich geringer ausfallen“, wird Gesamteinsatzleiter Frank Kreykenbohm in der Pressenotiz zitiert. Gleichwohl beobachte die Polizei weiterhin die Lageentwicklung und stelle sich nötigenfalls darauf ein. Ob linksextreme Demonstranten kommen, ist unklar.

„Antifaschistisches Engagement wirkt“

Ein Wunsch innerhalb des bürgerlichen Lagers ist, einen Teil der Bahnhofstraße trotzdem zu sperren, damit dort die Partymeile eingerichtet werden kann. Ob das so kommt, muss verhandelt werden. Stadtdirektor Mike Schmidt hält dies zumindest nicht für ausgeschlossen.

Unklar ist derzeit noch, wie viele externe Teilnehmer die Gegendemonstration anzieht. Und aus welchem Lager diese Besucher stammen. Autonome Gruppen haben in den sozialen Netzwerken noch nicht signalisiert, ob sie dennoch in Bad Nenndorf auftreten wollen. Diesem Lager geht es verstärkt um direkte Konfrontation mit den Nazis.

Im gemäßigten linken Lager herrscht jedoch offenbar Bereitschaft, den bürgerlichen Protest weiter zu unterstützen. Die Jusos Hannover haben via Twitter ihr Kommen am 6. August zugesagt. Die Grüne Jugend hat zumindest in einer Pressemitteilung ihre Freude über den abgesagten Aufmarsch bekundet. „Antifaschistisches Engagement wirkt“, lautet der Leitsatz. Ob die Grüne Jugend wie in den Vorjahren in Bad Nenndorf demonstriert, blieb aber offen. gus

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