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Polizeichef tritt überraschend ab

Bad Nenndorf Polizeichef tritt überraschend ab

Völlig überraschend hat der Leiter des Polizeikommissariats Bad Nenndorf, Michael-Andreas Meier, am Montag vor Kollegen seinen Abschied verkündet. Die genauen Gründe für den Schritt sind unklar. Nach Angaben der Polizeiinspektion (PI) Nienburg-Schaumburg gibt es Ermittlungen gegen Beamte des Kommissariats. Doch Meier soll auch aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

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Michael-Andreas Meier

Bad Nenndorf. Ob auch gegen Meier selbst ermittelt wird, ließ Pressesprecher Thomas Münch am Dienstag offen. Inwiefern sich der seit knapp zwölf Jahren in Bad Nenndorf tätige Dienststellenleiter aus freien Stücken zurückzieht und inwiefern es sich um eine Art Amtsenthebung handelt – darüber kann nur spekuliert werden.

Auf Anfrage dieser Zeitung teilte Münch mit: „In den letzten Wochen hat es im Polizeikommissariat Bad Nenndorf zwei Sachverhalte gegeben, die Anlass geboten haben, entsprechende Ermittlungen einzuleiten.“ Ob und inwieweit der Leiter, Erster Kriminalhauptkommissar Meier, daran beteiligt war, könne „mit Blick auf die laufenden Ermittlungen derzeit nicht gesagt werden“. Antrag auf Verlängerung der Dienstzeit zurückgezogen

PI-Leiter Frank Kreykenbohm habe die Vorfälle zum Anlass genommen, am vergangenen Freitag ein Gespräch mit Meier zu führen, in dem auch dessen gesundheitliche Verfassung erörtert worden sei. Im Ergebnis habe der Nenndorfer Polizeichef einen bereits gestellten Antrag auf Verlängerung der Lebensarbeitszeit zurückgenommen, mit der Folge, dass er nunmehr mit Ablauf des Monats September – mit dann 62 Jahren – in Pension gehen wird.

Der Zeitpunkt mutet merkwürdig an

Diesem Wunsch werde wohl entsprochen, so Münch. Aktuell sei Meier erkrankt, und es sei nicht davon auszugehen, dass er seinen Dienst in Bad Nenndorf noch einmal aufnimmt. Wer das Kommissariat mit seinen Außenstellen Rodenberg und Lauenau nun führen wird, ist offen. Der Leiter der PI plane „in enger Abstimmung mit dem Polizeipräsidenten in Göttingen die Nachfolgeregelung“. Wie die Zwischenlösung für die Frist bis zur Ernennung des neuen Leiters aussieht, ließ die PI am Dienstag offen. Schneller zeitlicher Ablauf mutet merkwürdig an.

Die Hintergründe sind derzeit völlig unklar. Der rasche zeitliche Ablauf lässt aber aufhorchen: Am Freitag gab es das Gespräch zwischen Kreykenbohm und Meier, schon am darauffolgenden Werktag, also dem vergangenen Montag, teilte der Kommissariatsleiter seiner Belegschaft mit, dass er geht. Eingedenk der Tatsache, dass es noch keinen Nachfolger gibt und Meier eigentlich sogar seine Dienstzeit verlängern wollte, mutet der unverzügliche Abschied merkwürdig an. Umso mehr, da das Kommissariat vor dem Umzug steht.

Aus dem Umfeld der Polizei war am Dienstag nichts zur Natur der „zwei Sachverhalte“ zu erfahren. Auch welcher Art die gesundheitlichen Probleme Meiers sind, ist unbekannt.

Im Dezember 2004 hatte Meier Werner Steding als Kommissariatsleiter in Bad Nenndorf abgelöst. Zuvor war der gebürtige Bückeburger elf Jahre lang Leiter des Kriminalkommissariats für Organisierte Kriminalität in Obernkirchen gewesen. In Bad Nenndorf erwarb sich der scheidende Polizeichef einen guten Ruf, weil er sich über die berufliche Ebene hinaus für Angelegenheiten des Stadtlebens interessierte. Mit seiner ausgleichenden Art brachte sich Meier auch in die Arbeit des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ ein und arbeitete im Präventionsrat der Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg mit. gus

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