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Polizeihund fast zu Tode getreten

Ohndorf/Stadthagen / Erntefest Polizeihund fast zu Tode getreten

Sein Mut und seine Treue haben Polizeihund Corro fast das Leben gekostet.

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Quelle: pr.

Ohndorf/Stadthagen. Beim Ohndorfer Erntefest hatten sich drei Heranwachsende mit der Polizei angelegt. Einer trat so heftig nach dem schwarzen Schäferhund, dass Corro einen Lungenriss erlitt. Dem Vernehmen nach hat der Vierbeiner die Verletzung auskuriert und ist wieder im Dienst.

Normalerweise wären die Täter im Jugendarrest gelandet. Weil die Sache jedoch schon zwei Jahre zurückliegt, beließ es das Amtsgericht Stadthagen in zwei Fällen bei einer Geldauflage von je 1000 Euro. Der dritte Angeklagte, ein Student, muss 60 Stunden gemeinnützig arbeiten. „Traurig, dass bei einem harmlosen Erntefest mittlerweile ein Polizeiaufgebot nötig ist. In Ohndorf sahen sich die Beamten einem recht aufgeheizten Mob gegenüber“, sagte Richter Kai Oliver Stumpe.

15. September 2012, gegen 4.25 Uhr, das Erntefest klingt bereits aus: Nach einer Schlägerei bekommt ein Heranwachsender aus Gehrden einen Platzverweis, den der 20-Jährige jedoch ignoriert. Er wird in den Kreuzfesselgriff genommen und wehrt sich. Die Polizisten müssen ihm Handfesseln anlegen, was zu einem „Domino-Effekt“ führt, wie es Stumpe nennt.
Zunächst will ein Bekannter dem 20-Jährigen helfen und wird ebenfalls fixiert. Bevor der Student strampelnd am Boden liegt, hat er noch den Hund getreten, das Tier aber offenbar nicht verletzt.

All dies beobachtet ein dritter Heranwachsender, der daraufhin seine Freunde befreien will. Nun wird Corro von der Leine gelassen. Der Vierbeiner tut seine Pflicht, springt auf den Rücken des Angreifers und beißt durch die Kleidung in dessen Schulter.

Im Kampf Mann gegen Hund muss Corro einen Tritt einstecken, fliegt meterweit durch die Luft und prallt hart auf den Boden. Trotz des Lungenrisses läuft der tapfere Schäferhund seinem Gegner hinterher und beißt diesen kräftig in den Hintern. „Einen Diensthund in Rage kann erst ’mal nichts aufhalten“, erklärt Stumpe.
Vor Gericht geben zwei der drei Männer sinngemäß zu Protokoll, sie hätten sich von der Polizei ungerecht behandelt gefühlt.

„Die Maßnahme der Beamten war rechtmäßig“, stellt Stumpe klar. „Eine falsch verstandene Situation und übertriebenes Loyalitätsgefühl führten dazu, dass die Autorität des Staates missachtet wurde“, fasst Verteidiger Stefan Skouras zusammen. „Es ist immer das gleiche Lied“, so Richter Stumpe: „Wenn junge Männer zusammenkommen, die zu viel Alkohol trinken, kocht die Stimmung über. Hier ist sie massiv eskaliert.“

Bestraft hat das Gericht die Männer aus Gehrden und Hannover wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, den Heranwachsenden, der Corro schwer verletzt hat, außerdem wegen Sachbeschädigung. Stumpe hatte geprüft, ob auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen könnte, kommt jedoch zum gleichen Schluss wie Staatsanwältin Karin Dubben: Juristisch gilt der Hund als „Dienstmittel“ – deshalb Sachbeschädigung.   ly

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