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Bad Nenndorf Protest gegen geplantes Wohngebäude
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Protest gegen geplantes Wohngebäude
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17:05 21.02.2018
Dass auch dieses Grundstück praktisch mit einem viergeschossigen Gebäude bebaut werden soll, stößt bei Anliegern auf Widerstand. Quelle: gus
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Bad Nenndorf

Es geht um das Grundstück gegenüber der katholischen Kirche. Der Investor, der dort die Häuser mit mehreren Wohnungen bauen möchte, hat die mehr als 3000 Quadratmeter große Parzelle erworben und einen Bauantrag gestellt, der sich auch bereits im politischen Diskurs befindet. Im Bauausschuss mussten die Politiker bereits den geballten Protest von Anliegern zur Kenntnis nehmen.

Bei einigen dürfte dies sogar auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Denn dass an der Lindenallee zuletzt mehrere alte Gebäude verschwunden waren und an deren Stelle große Wohnungskomplexe entstanden sind, hat bereits einigen Unmut heraufbeschworen. Die einst als besonders hübsch geltende Straße hat viel von ihrem ursprünglichen Charme verloren, lautete eines der Argumente. Und dies zugunsten privater Investoreninteressen.

Interessengemeinschaft gegründet

Dies soll nun auf der Fläche neben dem Seniorenheim Lindenpark so weiter gehen – allerdings in einer neuen Dimension. Dagegen wehren sich Anlieger, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Treibende Kräfte sind Britta Bartsch und Heiko Struckmeier. Diese und ihre Mitstreiter sind entsetzt von den derzeit diskutierten Plänen.

Eine 50 Meter lange Tiefgarage ist unterhalb der zwei Gebäude geplant. Die Häuser sollen jeweils eine Grundfläche von 400 Quadratmetern haben. Außerdem sollen drei Vollgeschosse plus Dachetage mit selber Grundfläche erlaubt werden, sodass die Traufe um ein Geschoss höher angesiedelt würde als bei den Nachbarhäusern. Dies ginge erneut erheblich zulasten des alten Kurbad-Stadtbilds.

Hinzu kommt, dass das Bodenniveau von der Wilhelmstraße aus gesehen um mehr als einen Meter höher ausfällt – die dortigen Anlieger würden quasi auf einen Betonklotz schauen. Gegen ein Haus von der Machart wie sie bei jüngeren Neubauten gestattet worden war, hätten die Anlieger gar nichts einzuwenden. Schließlich ist die Wiese derzeit auch kein Augenschmeichler. Doch die Höhe und die Wucht des geplanten Komplexes lassen die Nachbarn schaudern – zumal weitere Bauflächen an der Lindenallee frei werden sollen.

Probleme mit dem Grundwasser erwartet

Ein weiteres Problem betrifft das Grundwasser. Die jetzige Wiese befindet sich im Heilquellenschutzgebiet und ist ständig feucht. Wird dort ein Fundament zuzüglich Tiefgarage gesetzt, verdrängt dies das Wasser, sodass das Grundwasserniveau ringsum steigt. Zunehmender Verkehr ist ein weiterer Negativaspekt. Und dann wäre da noch ein benachbartes Gebäude, das unter Denkmalschutz steht und erheblich beeinträchtigt würde.

Stadtdirektor Mike Schmidt erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, dass es sich um ein gewöhnliches Verfahren der Bauleitplanung handelt. Derzeit laufe die vorgezogene Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der auch sämtliche Bürger ihre Stellungnahmen einreichen können. Die Verwaltung gehe stichhaltigen Einwänden selbstverständlich nach. „Einfach zu sagen, wir wollen das nicht, reicht natürlich nicht aus“, so Schmidt.

Die politischen Gremien sind ebenfalls involviert. Eine zweite Beteiligungsphase für die Öffentlichkeit folgt zu eine späteren Zeitpunkt. Der Rat der Stadt muss dem Bauvorhaben grünes Licht erteilen. Auch vom Landkreis ist eine Genehmigung notwendig. gus

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