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Psychisch Kranker bedroht 14-Jährige

Bad Nenndorf Psychisch Kranker bedroht 14-Jährige

Nur wenige Tage, nachdem er das Bückeburger Landgericht Mitte Juni in einem anderen Verfahren als freier Mann verlassen hatte, ist ein psychisch Kranker aus Bad Nenndorf offenbar rückfällig geworden. Jetzt droht ihm dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

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Bad Nenndorf/Bückeburg. Im vorherigen Prozess ging es um Körperverletzung: Der 29-Jährige, laut Gutachten an Schizophrenie erkrankt, war mit einem Bambusstock auf einen Sozialpädagogen losgegangen (wir berichteten). Für eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie reichte es jedoch nicht, weil die Anforderungen, die der Bundesgerichtshof in solchen Fällen stellt, der 1. Großen Strafkammer zu hoch erschienen.

Das könnte diesmal anders sein. Das Urteil war noch frisch, da soll der Nenndorfer aus einer Tankstelle eine Flasche Wodka und Würstchen gestohlen haben, bevor er die Angestellte mit der Faust auf den Kopf schlug, um flüchten zu können. Die Frau war geschockt. „Ich kenne ihn so nicht“, sagt sie. Eine halbe Stunde später wollten Polizisten den Flüchtigen wegen räuberischen Diebstahls im Kurpark festnehmen. Dort soll er dann völlig ausgerastet sein. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wehrte sich der Verdächtige mit Händen und Füßen, beschimpfte die Beamten als „Hurensöhne“, „Wichser“ und „Missgeburten“. Auf der Wache ging das Theater weiter. Bei der Auseinandersetzung erlitt ein Polizist Verletzungen.

Außerdem geht es vor Gericht um einen Fall, der zunächst mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden war: Im März soll der 29-Jährige mit erhobenem Messer (Klingenlänge: 30 Zentimeter) auf eine Schülerin losgegangen sein, die mit ihrer Mutter unterwegs war. Zuvor, so heißt es weiter, habe er das Mädchen als „Hure“ und „Schlampe“ beschimpft. Vielleicht wusste er nicht, was er tat.

Staatsanwalt Wilfried Stahlhut geht jedenfalls davon aus, dass der Nenndorfer aufgrund seiner Erkrankung schuldunfähig war und nicht bestraft werden kann. In einem Sicherungsverfahren verfolgt die Anklagebehörde daher das Ziel, den 29-Jährigen dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen, wo die Fenster ebenfalls vergittert sind.

„Durch den Alkohol habe ich die Kontrolle verloren“, sagt er selbst zu den Vorwürfen. „Ich wusste nicht mehr genau, was ich tue.“ Nach eigenen Angaben trinkt der Mann seit seinem 18. Lebensjahr. Allein an dem Tag, als er die 14-Jährige bedroht haben soll, hatte er sich dreimal Schnaps geholt.

Das Messer will der Nenndorfer bei sich gehabt haben, weil er unter Verfolgungswahn litt. „Ich dachte, mir will irgendjemand etwas Böses.“ Ebenfalls im Wahn soll er in Bayern einmal vor einen Zug gesprungen sein und sich erheblich verletzt haben. Nach der Verhandlung möchte der 29-Jährige mit einer Therapie beginnen.

Der Vorsitzende Richter, Norbert Kütemeyer, hat vier Sitzungstage anberaumt, an denen 14 Zeugen und ein Gutachter vernommen werden. ly

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