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Bad Nenndorf Rätsel um defekte Kurhaus-Heizung
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Rätsel um defekte Kurhaus-Heizung
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00:32 07.08.2015
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Bad Nenndorf

Den Informationen zufolge soll die Planungsfirma, die den Anlageneinbau vor fünf Jahren gesteuert hatte, einen Wasserverlust von 40.000 Litern ausgemacht haben. Diese Menge Wasser entspricht mehr als dem Dreifachen, das sich überhaupt im Heizsystem befindet. Ausgelaufen sind die 40 Kubikmeter binnen maximal acht Monaten, denn im September 2014 hatte es die letzte Wartung gegeben, im Juni versagten beide Heizkessel.

Die Planer haben daraufhin ein Leck im Leitungssystem als wahrscheinliche Ursache angegeben, allerdings konnten sie es nicht lokalisieren. Dies wiederum könnte daran liegen, dass einige Leitungen unter dem Gebäude verlaufen. Doch dies halten Experten für unwahrscheinlich. Denn es sei bei einer Besichtigung festgestellt worden, dass alle Rohre von der Brennanlage aus nach oben verlaufen. Und demzufolge trauen einige Beteiligte an der Debatte um den Heizungsschaden dem gesamten Erklärungsversuch „Wasserschaden“ nicht. Durchschnittlich hätten seit September mindestens 165 Liter Wasser pro Tag aus dem Leitungssystem entweichen müssen. Doch es sei nirgends im Haus ein Wasserschaden zu entdecken – und den müsste es bei solchen Mengen mit Sicherheit geben. Trotzdem ist der Heizkreislauf abgeklemmt worden, aus dem das Wasser entwichen sein soll.

Mittlerweile kursiert eine ganz andere Vermutung, warum die Heizung kaputt ging: Die Anlage ist hoffnungslos überdimensioniert. Zwei Heizkessel mit jeweils 280 Kilowatt Leistung bilden das Herzstück der Heizung. Das Kurhaus verfügt über 3000 Quadratmeter beheizbare Fläche. Und dafür rechnen Fachleute bei höchstens 80 Watt benötigter Leistung pro Quadratmeter mit einer Gesamtkesselleistung von rund 240 Kilowatt.

Ein zu großer Kessel, so ein Experte gegenüber dieser Zeitung, läuft ständig unter der eigentlich angestrebten Betriebstemperatur – vergleichbar mit einem dauerhaft untertourig gefahrenen Sportwagen. In den Kesseln bilden sich dann große Mengen Schwitzwasser, die wiederum zu dem Defekt geführt haben sollen.

Möglicherweise ist der Wasserverlust, den die Nachspeiseautomatik ausweist, gar nicht eingetreten, sondern infolge des Kesseldefekts fehlerhaft aufgezeichnet worden. Da aber noch zu viele Ungereimtheiten existieren, wird vor einem erneuten Einbau zu großer Kessel gewarnt. Dies hat der Verwaltungsausschuss aber bereits beschlossen.

In dieser Woche soll es aber noch ein klärendes Gespräch dazu geben, an dem auch die Planungsfirma beteiligt ist. Stadtdirektor Mike Schmidt hat mit Verweis auf diesen Termin eine Stellungnahme abgelehnt. Er wolle die Ergebnisse des Gesprächs abwarten. gus

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