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Rat jagt Miegel aus dem Park

Bad Nenndorf / Geheime Abstimmung Rat jagt Miegel aus dem Park

Der Rat der Stadt Bad Nenndorf hat entschieden, das Agnes-Miegel-Denkmal aus dem Kurpark entfernen zu lassen. Olaf Buschmann (Linke) hatte den Antrag gestellt. 13 Ratsmitglieder stimmten dafür, sieben dagegen, vier enthielten sich.

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Blickt bald nicht mehr auf den Kurpark: Das Agnes-Miegel-Denkmal.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Buschmann ging es nach eigenen Worten nicht etwa darum, das Andenken Miegels komplett auszulöschen, beispielsweise indem die Grabstelle eingeebnet wird. Die Stadt müsse sich aber positionieren: Will sie die spezielle Ehrung Miegels, deren Haltung zum NS-Regime in der Kritik steht, tatsächlich beibehalten? „Ein Denkmal bekommt nicht jeder“, so Buschmann.
Der Linken-Politiker sagte, es sei bemerkenswert, dass ihm seitens der Agnes-Miegel-Gesellschaft rechtliche Schritte wegen vermeintlicher Verunglimpfung der Dichterin angedroht werden. Auch der Stadt kündigte die Gesellschaft in einem Brief rechtliche Konsequenzen an, sollte der Rat eine Entscheidung fällen, die nicht im Sinne der Miegel-Anhänger ist.
Die Stadt habe indes freie Hand, so Buschmann, im eigenen Kurpark mit dem Denkmal nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Ihm schwebte vor, das Denkmal der Miegel-Gesellschaft zu übertragen. Diese könne es am Haus der Dichterin platzieren, zumal deren Mitglieder das Ziel haben, das Andenken der 1964 Verstorbenen zu bewahren, nicht die ganze Stadt.
Die CDU hatte einen Antrag auf eine Bürgerbefragung zum Thema vorbereitet, diesen allerdings kurz vor der Sitzung zurückgezogen. Hintergrund war offenbar das Schreiben, in dem die Miegel-Gesellschaft auf dem aktuellen Standort beharrt. Frank Steen (WGN) schlug eine Sitzungsunterbrechung vor, um Zuhörer zu Wort kommen zu lassen. Erich Thies (CDU) plädierte dafür, dass vorher das Antwortschreiben der Miegel-Gesellschaft auf den Buschmann-Antrag vorgelesen wird. Steen bezeichnete das Schreiben der Gesellschaft als „aggressiv“, zeigte dafür aber sogar Verständnis wegen landesweiter Anfeindungen gegen Miegel.
Der Pressesprecher der Miegel-Gesellschaft, Detlef Suhr, hatte in seinem Schreiben tatsächlich einen forschen Tonfall gewählt: Da das Denkmal Eigentum der Gesellschaft sei, könne nur im Einvernehmen mit dieser über den Verbleib der Stele verhandelt werden. Sie sei fester Bestandteil des Kurparks. Zudem verweist Suhr auf das literarische Können der Dichterin, die mittlerweile völlig rehabilitiert sei. Dann folgte die Passage, die Buschmann und der Stadt rechtliche Konsequenzen darstellt. Auch zwei Bürger warben in der Unterbrechung für den Denkmal-Verbleib im Park.
Volker Busse (SPD) betonte, dass es bei Buschmanns Antrag nicht um Miegels literarische Leistung sondern darum geht, ob Bad Nenndorf sich die Ehrung der Dichterin leisten kann. Wie Busse verwies Heinrich Steding (CDU) auf die Nazi-Aufmärsche.
Cornelia Jäger (CDU) und Erwin Biener (WGN) sprachen sich für eine Zusatztafel aus, die Miegels negative Aspekte aufführt. Biener sagte zudem, Miegel hatte keine Verbindung zum Kurpark, daher könne das Denkmal zum Agnes-Miegel-Platz transportiert werden. Busse bezeichnete dies als Alternative. Mit der Zusatztafel.
Der Rat stimmte nach weiterem Hin- und Her für die Entfernung aus dem Kurpark, über den neuen Standort soll mit der Miegel-Gesellschaft verhandelt werden. gus

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