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Rechte dringen wieder nicht durch

Pannen-Aufmarsch Rechte dringen wieder nicht durch

Die 180 Neonazis mussten ihren Gedenkmarsch zum Winckler-Bad rund zwei Stunden verspätet antreten. Begleitet wurde der Aufzug von Pannen und Partygesängen.

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Die Nazis auf „Spendentour“.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Die Rechten mussten sich zunächst im Schatten vor dem Bahnhof von ihrem kurzen Fußmarsch erholen. Dann bremsten sie sich auch noch selbst aus, denn der Generator, mit dem sie ihre Lautsprecheranlage betreiben wollten, ließ sich nicht starten. Erst nach minutenlangen Fehlversuchen konnte einer der Rechten das Gerät anwerfen. Der Versammlungsleiter erinnerte das Gedenkbündnis daran, dass es in Bad Nenndorf einen guten Eindruck zu hinterlassen hat und sich nicht provozieren lassen soll.

Provoziert wurde reichlich: Schon am Bahnhof eröffneten Transparente den Neonazis, dass ihr Aufenthalt per Spendenlauf der Organisation Exit Geld für den Kampf gegen Rechtsextremismus einspielen würde. 2400 Euro kamen dabei zusammen. Über die Bahnhofstraße mussten die Nazis an der „Partymeile“ vorbeimarschieren, wo sie von Konfettiregen, Vuvuzelas, Trillerpfeifen, Spaßmusik und Sprechchören empfangen wurden. Die Musik und das Gejohle der Partymeile waren zunächst zu laut, als dass die braune Propaganda zu hören gewesen wäre, deshalb riefen Polizisten die Demonstranten auf, den Lärmpegel zu senken. Ein Bus, der zwischen bürgerlichem Lager und Rechten geparkt worden war, hatte als „Schalldämpfer“ nicht ausgereicht.

Trotz der erneuten Pannenserie spuckten die insgesamt vier Redner des Naziaufgebots vor dem Winckler-Bad wieder große Töne, erklärten den Bad Nenndorfern, dass deren Weltbild verkehrt, das der 180 Neonazis aber das einzig wahre sei. Ein Nazi verstieg sich zu dem Satz „Der Holocaust ist mir scheißegal“, verlangte andererseits aber Respekt der Nenndorfer vor den im Winckler-Bad gefolterten Häftlingen. Eine weitere Rednerin echauffierte sich über „Türkenfahnen an der Straße, die hier eigentlich gar nicht hingehören.“ Thomas „Steiner“ Wulf verlangte, dass den Folterern des Winckler-Bads der Prozess gemacht werde, anstatt dass weiterhin Altnazis wie zuletzt Oscar Gröning vor Gericht stehen müssen.

Zu hören waren die Worte bei den Gegendemonstranten allerdings nicht, denn die machten weiterhin Musik. Außerdem stand ja der Bus zwischen den Gruppen. So hörten abgesehen von Polizei und Presse lediglich die Nazis zu. gus

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Mehr als 1000 Demonstranten aus dem bürgerlichen sowie linken Lager haben sich dem sogenannten Gedenkmarsch von Neonazis zum Winckler-Bad entgegengestellt. Beide Protestaktionen verliefen weitgehend friedlich, 1200 Polizeibeamten hatten die Lage zu jeder Zeit unter Kontrolle. Das Aufsehen erregendste Ereignis war eine Blockade des Zugverkehrs, weswegen ein Teil der Nazis von Haste nach Bad Nenndorf laufen musste.

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