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Sanierung auf Eis

Kurhaus Sanierung auf Eis

Das Kurhaus ist und bleibt die große Dauerbaustelle der Bad Nenndorfer Politik. Wobei Baustelle verkehrt formuliert ist, schließlich ist die per Bürgerentscheid im Oktober 2013 beschlossene Sanierung des Gebäudes nach wie vor in weiter Ferne.

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 Still ruht der See: Das Kurhaus bleibt ein Zankapfel.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Immerhin gehört das Haus seit dieser Woche ganz offiziell der Stadt.

 Eigentlich sollten die stürmischen Zeiten fürs Kurhaus mit dem Bürgervotum vorbei sein, doch im Gegenteil: Die Immobilie steht im Auge des Sturms, und weil dort bekanntlich Windstille herrscht, passt das Bild: Nachdem der Rat die Punkte Nutzungskonzept und Finanzierung am Mittwoch von der Tagesordnung genommen hat (wir berichteten), tut sich weiterhin nichts.

 Stattdessen soll eine Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellt werden, die ungeachtet der Nutzung und der Sanierungsdetails klären soll, ob sich die Stadt Bad Nenndorf eine Sanierung leisten kann, beziehungsweise in welchem Umfang sie sich die Modernisierung leisten kann. Dazu wird auch die Finanzentwicklung der Kommune herangezogen.

 Befürworter der Sanierung sehen in dem mit allen drei Fraktionssprechern vor der Sitzung vereinbarten Vorgehen aber einen erneuten Versuch, die Sanierung zu untergraben. Von fehlender Risikobereitschaft ist die Rede. Eine Kernfrage der Debatte ist diese: Lassen sich die Umbauarbeiten allein aus den Einnahmen des Kurhauses finanzieren? Die Gruppe WGN/Finsterle geht davon aus. Doch da es bisher nicht gelungen ist, die Mieter zur Unterzeichnung langfristiger Vorverträge – nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um Laufzeiten von mindestens zehn Jahren – zu bewegen, heben Zweifler mahnend die Zeigefinger: Die Stadt solle sich nicht zu Dingen verpflichten, die nachfolgende Generationen unter Umständen teuer bezahlen müssen.

 Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer am Bürgerentscheid votierten indes pro Sanierung, obwohl unmissverständlich von 5,8 Millionen Euro an Kosten die Rede war. Sprich: Die Bürger haben die Stadt aufgefordert, Geld in die Hand zu nehmen. Dem begegnen die Kritiker im Rat allerdings mit der Einschränkung, dass auch ein Bürgerentscheid eine Kommune nicht zu Schritten zwingen kann, die nicht finanzierbar sind. Eine Zwickmühle.

 Möglich, dass jetzt anhand der vorliegenden Argumente ein Konzept vorgelegt wird, dass die Sanierung verschlankt und auf einzelne Prestige-Schritte wie die Öffnung des Atriums und den Abriss des Anbaus verzichtet. Oder dass solche Schritte zumindest nur noch als Optionen erachtet werden, die vom Finanzierungsaspekt abhängen. Den Fraktionen soll das Papier noch vor Weihnachten vorliegen.

 Derweil beschloss der Rat, das Kurhaus für 810000 Euro aus dem Treuhandvermögen zurückzukaufen, das der Sanierungsträger Baubecon verwaltet. Gekauft hatte die Stadt das Haus 2010 mit Geld aus dem Städtebauförderungsprogramm, das über jenen Treuhandfonds abgewickelt wird. Volker Busse (SPD) argwöhnte, dass die Stadt insgesamt mehr als eine Million Euro für das Kurhaus ausgegeben habe. Daher sei ein Wertverlust eingetreten. Irene Althaus von der Baubecon hatte zuvor versichert, die zwischenzeitliche Zuordnung zum Treuhandfonds habe keine negativen Auswirkungen gehabt. Betriebswirtschaftlich gerechnet – so wollte Busse rechnen – könne sich ein anderes Bild ergeben. Solch eine Rechnung liege derzeit aber nicht vor, so Althaus.gus

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