Bad Nenndorf. Nichts ging mehr zwischenzeitlich gestern auf der A 2 bei Bad Nenndorf in Richtung Osten. Nach Angaben der Autobahnpolizei Garbsen fuhr ein 51-Jähriger aus Köln kommend mit einem 40-Tonnen-Sattelzug in Richtung Hannover. Etwa zwei Kilometer vor der Anschlussstelle Kolenfeld kam der Fahrer aus Nordrhein-Westfalen gegen 3.50 Uhr mit dem Speditionsfahrzeug auf dem glatten Asphalt ins Schleudern.
Der mit 22 Tonnen Stückgut beladene Laster kam nach rechts von der Fahrbahn auf den Seitenstreifen ab. Dort fuhr der Lastzug etwa 50 Meter mit den rechten Rädern geradeaus neben der Fahrbahn, bis der 51-Jährige gegenlenkte. Dabei geriet der Sattelzug außer Kontrolle und fuhr auf die Fahrbahn zurück.
Bei diesem Manöver stürzte das Fahrzeug auf die Beifahrerseite. Der Lastzug blieb auf dem Mittel- und Hauptfahrstreifen in Fahrtrichtung liegen. Die Regionsleitstelle alarmierte die Ortsfeuerwehren aus Hohenbostel und Bantorf. 24 Einsatzkräfte rückten mit drei Fahrzeugen aus. Sie leuchteten die Unfallstelle aus, stellten den Brandschutz sicher und streuten etwa 150 Liter ausgelaufenen Dieselkraftstoff ab.
Der 51-jährige Fahrer konnte sich durch die zerbrochene Windschutzscheibe des zerstörten Fahrerhauses selbst befreien. Er kam in einem Rettungswagen mit Kopf- und Brustverletzungen nach Hannover ins Klinikum Nordstadt. Der Verkehr wurde die gesamte Zeit über auf dem Überholfahrstreifen links vorbei geführt.
Zur Bergung des Lastwagens mussten zunächst die in Metallboxen und Kisten geladenen Zulieferteile für ein hannoversches Nutzfahrzeugwerk und einen Reifenhersteller umgeladen werden. Das gestaltete sich sehr zeitaufwendig, weil sich fast alle Behälter beim Umkippen des Lastwagens im Laderaum verkeilt hatten. Daher wurden die Teile im Schneetreiben von Hand von den Feuerwehrleuten sowie Mitarbeitern eines Bergungsunternehmens aus Auetal ausgeladen. Erst danach konnte sich der 45-Tonnen-Autokran in Stellung bringen, um die Zugmaschine und den Auflieger aufzustellen. In dieser Zeit wurde die A 2 voll gesperrt. Gegen 16 Uhr stand der Sattelzug wieder auf den Rädern und wurde abgeschleppt. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 200 000 Euro. Während der rund 14-stündigen Bergungsarbeiten bildete sich ein Stau von etwa zehn Kilometern, der bis nach Bad Eilsen reichte. her
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