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Schlag auf den Armstumpf

Attacke auf behinderten Parteikollegen Schlag auf den Armstumpf

Einen heftigen Disput hat es zwischen den Bad Nenndorfer AfD-Politikern Volker Riehs und Peter Hardtke gegeben. Hardtke soll Riehs auf den Stumpf von dessen amputiertem Arm geschlagen haben. Der Landesverband der Alternative für Deutschland prüft den Vorfall.

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Bad Nenndorf. Der Zwist zwischen den beiden Bad Nenndorfern hat eine längere Vorgeschichte. Riehs, dessen rechter Arm komplett amputiert ist, war vor fünf Jahren noch für die Linke in den Kommunalwahlkampf gezogen, wechselte zwischenzeitlich aber zur AfD und wollte für diese Partei in den Kreistag. Wiederholt soll Hardtke, der der AfD seit ihrer Gründung angehört, bei Vorstandssitzungen mit Kraftausdrücken wie „Kommunistenschwein“ und „linke Socke“ über Riehs hergezogen haben. Dieser erfuhr davon durch andere Vorstandsmitglieder.

Schlag bei AfD-Veranstaltung in Stadthagen

„Von Anfang an spürte ich Hardtkes Hass“, erinnert sich Riehs. Dessen Ehefrau kann bezeugen, dass Hardtke ihrem Mann gegenüber einmal den Satz ausgesprochen haben soll: „Du wirst mich noch kennenlernen.“ Zum Eklat kam es dann bei einer Parteiveranstaltung in Stadthagen. Vor mehreren Zeugen schlug Hardtke Riehs ausgerechnet auf dessen Armstumpf. Vor lauter Entsetzen rief der Attackierte nur: „Was war das denn jetzt?“
Der Veranstaltung folgte er anschließend unter Schmerzen. Am Tag darauf ließ er sich im Krankenhaus behandeln, weil der Schmerz zugenommen hatte und er befürchtete, der Stumpf würde aufplatzen. Nach Ende der Tagung war der Vorfall Gesprächsthema unter anderen AfD-Mitgliedern, Hardtke bezichtigte Riehs daraufhin, den Schlag erfunden zu haben.
Doch beim Kreisvorstand gingen mehrere Zeugenberichte ein, die die Attacke bestätigten. Deshalb nahm der Vorsitzende Daniel Carl die Sache nach eigenen Worten ernst. Er lehne Gewalt grundsätzlich ab. Daher sei der Landesverband eingeschaltet worden. Unter Angabe des ihm vorliegenden Kenntnisstands bat Carl darum, Hardtke aus dem Vorstand zu entlassen, bis ein parteiinternes Verfahren abgeschlossen ist.

Riehs erwog zwischenzeitlich einen Parteiaustritt

Dieses Verfahren läuft derzeit. Jörn König, stellvertretender Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Niedersachsen, wollte daher keine Stellung zu den Streitigkeiten beziehen. Erst wenn die Prüfung abgeschlossen sei, werde entschieden, welche Schritte einzuleiten sind.
Riehs erwog zwischenzeitlich den Austritt aus der AfD, weil Hardtke trotz der Attacke als Kreistagskandidat für den Raum Nenndorf-Sachsenhagen ins Rennen geht. Doch als er erfuhr, dass die Partei ein Verfahren in der Angelegenheit betreibt und Hardtke den Vorstand des Kreisverbandes Nienburg-Schaumburg verlassen musste, änderte er seine Meinung. Vorsitzender Carl erklärt, dass Hardtke das Kreistagsmandat zusteht, weil er demokratisch als Kandidat gewählt ist.
Hardtke hat sich trotz eines Gesprächsangebots selbst nicht zu den Vorwürfen geäußert.

gus

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