Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Schützer gegen Züchter

Peta gegen Brieftaubenwettbewerb Schützer gegen Züchter

Dass am Sonnabend (20. Mai) etwa 6600 Brieftauben von einem Feld zwischen Bad Nenndorf und Bantorf auf einen Wettbewerbsflug geschickt werden, ist der Tierschutzorganisation Peta ein Dorn im Auge. In einer Pressenotiz ist von Tierquälerei die Rede. Der Vorsitzende des Taubenzuchtvereins „Kehr wieder“ Pohle widerspricht dieser Darstellung.

Voriger Artikel
Querschnitt durch die Welt der Oper
Nächster Artikel
Weihnachten im Mai

Symbolbild

Quelle: dpa

BAD NENNDORF/BERLIN. Peta zufolge sollen die Tiere beim sogenannten Tauben-Auflass auf eine 250 Kilometer lange Strecke entsandt werden. Ihnen drohten „Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen“. Bei solchen Wettflugveranstaltungen werden die Vögel an einem Punkt fern der Heimat ausgesetzt und müssen den Weg zurück zum Taubenschlag finden. Die schnellsten Flüge werden mit Preisen belohnt.

Im Vorfeld trennen „die Züchter die Tauben bewusst von ihren Partnern oder der Brut“, behauptet Peta. „Um zu ihrem Partner oder dem Nachwuchs ins Nest zurückzufinden, gehen die Tauben über ihre Kräfte hinaus“, wird Vanessa Reithinger als Fachreferentin in der Pressemitteilung zitiert. Diese Art Leistungszwang sei mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar.

Ausrichter des Wettbewerbs mit Start bei Bad Nenndorf ist der Regionalverband der Brieftaubenzüchter Berlin-Brandenburg-Nordost. Regionalverbände bestehen aus mehreren Reisevereinigungen, in denen wiederum die lokalen Zuchtvereine zusammengeschlossen sind. Im vergangenen Sommer hatte Peta den Regionalverband Berlin-Brandenburg bereits einmal wegen eines 500 Kilometer entfernten Auflasses bei Stuttgart kritisiert.

Peta habe sich auf Brieftaubenzucht "eingeschossen"

Itze Korf, Vorsitzender des Vereins „Kehr wieder“ Pohle, bezeichnet die Tierschützer als ahnungslos. Die Strecke von 250 Kilometern sei für trainierte Brieftauben keine Herausforderung – binnen drei Stunden könnten sie die Distanz selbst bei leichtem Gegenwind bewältigen. „Eine Brieftaube schafft an einem Tag bis zu 700 Kilometer“, betont der Feggendorfer.

Ihn stört es, dass Brieftaubenzüchter als Tierquäler dargestellt werden. Im Gegenteil: „Wir sind auch tierlieb. Jeder Züchter wünscht sich, dass seine Tauben unversehrt zurückkehren“, betont Korf. Die Vögel werden deshalb auch besonders gut versorgt und noch während der Anfahrt getränkt und gefüttert. In den dafür vorgesehenen Spezialbehältern sei Platz für drei Tauben, doch heutzutage setzen Züchter nur zwei Tiere hinein, so Korf.

Unbegreiflich ist ihm, dass sich Tierschützer wie jene bei Peta auf die Brieftaubenzucht einschießen. Dort herrschten immer größere Nachwuchssorgen, und die Züchter sind daher auch immer weniger aktiv. Ein großes Problem stellten die zunehmenden Greifvogel-Populationen dar – speziell für Korf und seine Mitstreiter am Deister. Gerade erst sei seine beste Taube von einem Greifvogel getötet worden. Korf hatte auf dieses Problem bereits im vergangenen Jahr hingewiesen und sich damit Kritik des Naturschutzbundes zugezogen. gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg