Bad Nenndorf (tes). „25 Prozent Kürzung der Pauschale für die Feuerwehr halte ich für mehr als bedenklich“, warnte Schweer davor, die Feuerwehr kaputtzusparen.
Schon jetzt finanzierten die Einsatzkräfte vieles selbst, zusätzlich zu ihrem ehrenamtlichen Einsatz, betonte der Brandschützer. Zudem fehlt es an Platz im Feuerwehrhaus. Der Knackpunkt: die Kosten für einen Neubau, der laut Bedarfsanalyse mehr als drei Millionen Euro kostet.
„Die Verschuldung bindet“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese, warum die Verwaltung die Kürzung im Budget der Feuerwehr vorgeschlagen habe. Eine Berufsfeuerwehr könne sich die Samtgemeinde nicht leisten. Daran ließ Reese ebenso keinen Zweifel wie am Bedarf für einen „versachlichten Entscheidungsprozess“ für ein neues Feuerwehrhaus. Vorerst stünden 60000 Euro für die Planung im Haushalt. Diese dürfe nicht länger hinausgezögert werden, forderte Schweer. Die Zeit dränge. Für die Drehleiter, Baujahr 1986, müsse eine Ersatzbeschaffung im Hinterkopf behalten werden. Der Bedarf sei angesichts der Struktur von Bad Nenndorf mit Pflegeheimen, Kliniken, Schulen und Veranstaltungen hoch, sagte Schweer.
Weiteres Problem: Viele der 51 aktiven Brandschützer sind außerhalb von Nenndorf berufstätig. Tagsüber komme es daher zu Engpässen bei den verfügbaren Einsatzkräften. Mögliche Lösung: ein dualer Einsatzdienst mit Ersatzkräften aus den Nachbargemeinden. Das setze gemeinsame Übungen voraus. Leider gebe es bisher wenig Resonanz, bedauerte Schweer. Als Alternative regte er an, die Angestellten der Samtgemeinde beim aktiven Brandschutz einzubringen: „Wir erwarten uns greifbare Konzepte von den Verantwortlichen.“
Das Feuerwehrkommando geht mit Seiteneinsteigerinnen aus der eigenen Familie mit gutem Beispiel voran: Jennifer Schweer und Martina Dylla absolvierten mit Erfolg die Ausbildung zur Feuerwehrfrau. „Vielleicht macht das anderen Mut, den Sprung zur Feuerwehr zu wagen“, lobte Schweer das Engagement seiner Ehefrau. Bis zur ersten Ortsbrandmeisterin werde es jedoch noch dauern.
Feuerwehr ist Standortfaktor
Bestärkt durch den unermüdlichen Einsatz der Bad Nenndorferin Anneliese Schröder für die Brandschützer fordrete Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese alle Bürger dazu auf, ihre Wertschätzung durch eine Mitgliedschaft zu beweisen. Die Freiwillige Feuerwehr sei ein Standortfaktor für dieses Mittelzentrum.
Für den Nachwuchs wird in Eigenarbeit ein Jugendraum im Feuerwehrhaus eingerichtet. Zur 2010 gegründeten Kinderjugendfeuerwehr gehören acht Jungen und sechs Mädchen. Die Jugendfeuerwehr zählt 19 Mitglieder.tes
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