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Bad Nenndorf Schwerer Unfall auf Kurhaus-Baustelle
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Schwerer Unfall auf Kurhaus-Baustelle
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14:34 30.07.2018
Bei dem Unfall wurde ein großes Stück aus der Mauer gebrochen, ein dicker Pfeiler kippte um. Provisorische Stützen wurden installiert, da geklärt werden muss, ob die Standfestigkeit des Gebäudeteils weiterhin gewährleistet ist. Quelle: gus
Bad Nenndorf

Gegen 10.15 Uhr war die 75-jährige Bad Nenndorferin nach Angaben der Polizei mit ihrem Auto die Buchenallee hinuntergefahren. Wie diverse Zeugen aussagten, bog sie mit hoher Geschwindigkeit auf den Parkplatz am Kurhaus ein. Anstatt abzubremsen, rollte das Auto aber weiter in Richtung Gebäude, durchbrach einen Teil der dicken Erdgeschossmauer, warf dabei einen Pfeiler um und stieß gegen ein im Innenhof geparktes Fahrzeug.

Dahinter befand sich einer der Arbeiter, die derzeit am Kurhaus tätig sind. Das Auto wurde gegen den 46-Jährigen geschoben, sodass dieser sich das Wadenbein brach. Außerdem erlitt er Quetschungen am Oberschenkel. Nach erster Prognose muss der Mann eineinhalb Wochen im Krankenhaus bleiben. Die 76-jährige Frau wurde mit einem Schock ebenfalls ins Spital gebracht.

Unfallverursacherin kann sich nicht erinnern

Die Polizei konnte den Verletzten nicht vernehmen, da er sich bereits zur Erstversorgung in der Ambulanz befand. Die Verursacherin konnte sich bei der ersten Befragung nicht daran erinnern, wie es zu dem Unfall gekommen war. Die Polizei geht davon aus, dass sie der Ursache auf die Spur kommt, weil der Vorfall von zahlreichen Zeugen beobachtet worden war.

Die 76-Jährige wird dahingehend untersucht, ob sie einen „krankheitsbedingten Ausfall“ erlitten und daher keine Kontrolle mehr über ihr Fahrzeug hatte. Zudem will die Polizei ermitteln lassen, ob es an ihrem Auto einen technischen Defekt gab, der als Unfallursache infrage kommt.

Statik des Gebäudeteils muss geprüft werden

Für die Stadt und erst recht für die Podologie-Praxis im Kurhaus hat der Vorfall ebenfalls Auswirkungen. Denn die dicke Mauer wird nun mit einem Metallkonstrukt und zusätzlich mit Holzbalken abgestützt. Ein Statiker muss nach Angaben von Verwaltungschef Mike Schmidt klären, ob die Statik des betroffenen Gebäudeteils noch intakt ist. Nur dann kann die Praxis dort ihren Betrieb fortführen. Notfalls wäre ein Umzug zu organisieren.

Unabhängig vom Ausgang dieser Untersuchung lässt die Sache den Verwaltungschef nicht kalt. „Es ist für uns natürlich ein Schock, wenn auf einer unserer Baustellen so ein Unfall passiert. Wir kennen die Menschen, die dort arbeiten, ja schließlich“, sagt Schmidt. Zumal es zunächst geheißen hatte, die Verletzungen des 46-Jährigen seien erheblich schlimmer.

Von Guido Scholl