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Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung der eigenen Tochter

Gerichtsurteil Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung der eigenen Tochter

Sechs Jahre und zehn Monate Haft: Das ist die Strafe für einen Vater (35) aus Bad Nenndorf, der seine anfangs sechs Jahre alte Tochter vergewaltigt und dabei mit dem Handy gefilmt hat.

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Quelle: dpa

Bad Nenndorf/Rodenberg. Verkündet hat die Entscheidung am Montag Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der 2. Großen Jugendkammer am Landgericht in Bückeburg.

In ihrer Urteilsbegründung sprach Höcker von „Taten, die tiefe Abgründe der menschlichen Seele offenbaren“. Der Angeklagte habe schwere Schuld auf sich geladen, Körper und Seele eines wehrlosen Kindes schwer beschädigt. Die Richterin betonte, dass es sich bei dem Opfer um ein kleines Kind gehandelt habe, das „besonders arglos und schutzbedürftig“ gewesen sei.

In zwei von drei Fällen hatte der Vater seiner Tochter vor dem Missbrauch Pornofilme gezeigt, um den Inhalt „nachzuspielen“, wie er vor Gericht gestand. Die Tatorte waren Wohnungen des Mannes in Bad Nenndorf und Rodenberg. Als das Kind Schmerzen bekam, machte er trotzdem weiter. Das Mädchen, so Höcker, sei „zu einem Sexualobjekt herabgewürdigt“ worden.

Zu Beginn des Prozesses hatten die Beteiligten eine Absprache getroffen. Die Kammer sicherte dem Angeklagten zu, ein bestimmtes Strafmaß nicht zu überschreiten. Im Gegenzug musste der 35-Jährige ein Geständnis ablegen. Nur so konnte dem Mädchen eine Aussage als Zeugin vor Gericht erspart werden, nachdem dessen Vater ein früheres Geständnis teilweise widerrufen hatte. Plötzlich bestritt der Nenndorfer die erste von drei Vergewaltigungen.

„Alles lief darauf hinaus, das Kind in Anwesenheit von elf ihm unbekannten Personen noch einmal vernehmen zu müssen“, erinnerte Eike Höcker an den Beginn der Hauptverhandlung. Dies habe der Angeklagte dem Opfer dann durch sein umfassendes Geständnis erspart und „wenigstens ein bisschen Verantwortung gegenüber seiner Tochter gezeigt, nachdem er vorher als Vater vollkommen versagt hat“. In zwei weiteren Fällen wäre Leugnen zwecklos gewesen, weil die Dateien, die den Missbrauch zeigen, auf einem Handy gespeichert waren. Das Mobiltelefon hatte der Täter bei einem Konzertbesuch in Ostdeutschland verloren.

In der Urteilsbegründung zeichnete die Präsidentin des Landgerichts „das Bild eines Mannes“, der auch sonst „nichts Richtiges zuwegegebracht“ habe. Der 35-Jährige kommt aus einer Akademiker-Familie, schaffte selbst aber das Abitur nicht, brach eine Lehre ab und hielt sich mit Jobs über Wasser, die er später verlor. Die Beziehung zur Mutter seiner Tochter ging ebenfalls in die Brüche. „Sein Sozialverhalten“, so Höcker, „war danach zunehmend von Rückzug geprägt.“

Der Angeklagte habe Horror- und Gewaltfilme gehortet. Gezielt habe er am Computer nach Kinderpornos gesucht und sich in einer verdunkelten Wohnung von der Außenwelt abgeschottet. Diese Filme schaute sich der Nenndorfer auch in Gegenwart des kleinen Mädchens an. Dann verging er sich zum ersten Mal an dem Kind – seinem Kind.   ly

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