Die Schwerpunkte in Geschichte haben es in sich: „Herrschaft und Gesellschaft im Nationalsozialismus“, „Die französische Revolution und ihre Folgen für Europa“, aber besonders „China im 19. und 20. Jahrhundert zwischen Erstarrung und Moderne“ heißen die Themen, die 20 Bad Nenndorfer Gymnasiasten zudem in Spanisch pauken müssen. Dieses bilinguale Angebot ist landesweit einmalig und basiert auf einem Staatsvertrag von 2002, den das Land Niedersachsen mit dem Königreich Spanien zur Förderung und Verbreitung der spanischen Sprache geschlossen hat.
In Niedersachsen bietet nur das GBN die anspruchsvolle Kombination an, die trotz der Anforderungen eine hohe Nachfrage erfährt: Die Schüler wählen Spanisch in der siebten Klasse als Prüfungsfach und erhalten ab Stufe zehn dann Geschichte als Prüfungsfach ebenfalls in Spanisch und müssen darin auch die selbe Abiturprüfung wie alle anderen ablegen.
„Anfangs fehlte uns Material“, erinnert sich GBN-Rektorin Irmtraud Gratza-Lüthen, das dann eine vom spanischen Kultusministerium gestellte Lehrkraft mitbrachte beziehungsweise mit der Kollegin aus den deutschen Büchern entwickelte. „Es funktioniert prächtig“, freut sich Gratza-Lüthen über das besondere Angebot. 60 Schüler (zwei Klassen) wählen jedes Jahr Spanisch als dritte Fremdsprache, aus ihnen rekrutiert sich dann die bilinguale Klasse. Diese erreicht dank der acht Stunden Spanisch dann ein hohes Sprachniveau, zumal sie über den Geschichtsunterricht neues Vokabular lernen, fachlich kommunizieren und systematischer arbeiten.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gleich fünf Stipendien konnte Studienrätin Maria Rosa Cervera im Namen der spanischen Botschaft überreichen. “So viele hatten wir bisher noch nie“, betonte die Spanierin, die mittlerweile im dritten Jahr in Bad Nenndorf im Auftrag und auf Kosten des Königreiches unterrichtet. Annalena Henken, Adina Kern, Mira Reinert, Tim Harmening und Carina Hergesell können sich über 560 Euro als „Belohnung für ihre intensive Annäherung“ an die spanische Sprache freuen. Letztere erhielt als Klassenbeste sogar einen vierwöchigen Aufenthalt in Madrid. Grund zur Freude haben aber auch die Mitschüler. Denn von ihrem Geld wollen die fünf auch einen Teil für eine Aktion mit dem ganzen Kurs abgeben. rwe
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